POLITIK
21/08/2015 17:58 CEST

Schmiergeld kassiert? Pikante Vorwürfe gegen Franz Josef Strauß

dpa
Schmiergeld kassiert? Pikante Vorwürfe gegen Franz Josef Strauß

Franz Josef Strauß hat sich schmieren lassen. Das berichtet „Spiegel Online“. Strauß, der legendäre Ministerpräsident Bayerns, der weniger legendäre Bundesverteidigungs- und Finanzminister, der 1988 starb.

Die Informationen hat dem Bericht nach der Politikwissenschaftler Peter Siebenmorgen bei einer Wirtschaftsberatungsfirma Akten gefunden, als er für eine Biografie über Strauß recherchierte. Daraus sollen sich folgende Hinweise ergeben:

  1. Strauß nutzte eine Briefkastenfirma für Wirtschaftsberatung GmbH und Co. KG, die er 1964 gegründet haben soll.
  2. Um seinen Namen aus der Sache herauszuhalten, soll Strauß eine Treuhand-Konstruktion genutzt haben.
  3. Das Schmiergeld soll von BMW, Bertelsmann, Daimler-Benz, Dornier und auch Firmen von Leo Kirch geflossen sein – unter anderem.
  4. Innerhalb von nur fünf Jahren soll Strauß so fast eine halbe Million Deutscher Mark erhalten haben.
  5. Gegenleistungen, so heißt es, habe er aber nicht erbracht.

Es sind allerdings nicht die einzigen Vorwürfe gegen Strauß, die an diesem Freitag thematisiert werden. Die „Taz“ zitiert aus dem 2010 erschienenen Buch „Macht und Missbrauch“ und dem drei Jahre später veröffentlichten „Wahn und Willkür“ von Wilhelm Schlötterer, einst Beamter im bayerischen Finanzministerium.

Der Autor wirft Strauß darunter unter anderem vor:

  1. Schützlinge des „Paten“ hätten von der Steuer befreit werden sollen. Als Schlötterer sich geweigert habe, sei er mit Disziplinarverfahren und ähnlichem traktiert worden.
  2. Großunternehmen sollen unter Strauß illegale Steuervorteile und Schutz vor Strafverfolgung genossen haben.

Offiziell bestätigt sind die Vorwürfe freilich nicht. Und werden es wohl auch nie. So wie man das System Strauß kennt.


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