POLITIK
21/08/2015 06:41 CEST | Aktualisiert 21/08/2015 06:51 CEST

Wie Düsseldorf jetzt zum Vorreiter in der Cannabis-Legalisierung wird

AMSTERDAM, NETHERLANDS - NOVEMBER 01:  Jay, 29 years old from London, smokes cannabis in a coffee shop on November 1, 2012 in the center of Amsterdam, Netherlands. Coffee shops in the Dutch captial will remain open to tourists after its mayor, Eberhard van der Laan, decided that tourists will not be banned from the 220 coffee shops in Amsterdam where marijuana and hashish are openly sold and consumed. The decision came after the new government of the Netherlands stated that it would be up to local authorities to decide whether or not to impose a ban on cannabis.  (Photo by Jasper Juinen/Getty Images)
Jasper Juinen via Getty Images
AMSTERDAM, NETHERLANDS - NOVEMBER 01: Jay, 29 years old from London, smokes cannabis in a coffee shop on November 1, 2012 in the center of Amsterdam, Netherlands. Coffee shops in the Dutch captial will remain open to tourists after its mayor, Eberhard van der Laan, decided that tourists will not be banned from the 220 coffee shops in Amsterdam where marijuana and hashish are openly sold and consumed. The decision came after the new government of the Netherlands stated that it would be up to local authorities to decide whether or not to impose a ban on cannabis. (Photo by Jasper Juinen/Getty Images)

Das hätte von Düsseldorf wohl fast niemand erwartet: In der Stadt in Nordrhein-Westfalen soll bald ganz legal gekifft werden dürfen. Das zumindest plant die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Wie soll die Abgabe von Cannabis ablaufen? Volljährige sollen an bestimmten Stellen Cannabis erhalten. Die Abgabe soll streng reguliert ablaufen, schreibt die Zeitung. Wissenschaftler werden das Experiment begleiten. Die Stadtverwaltung erhielt deshalb den Auftrag, beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die benötigte Sondergenehmigung zu erwirken.

Als Vorbild für Idee dient Berlin. Bereits im Juni kündigte der Berliner Szenebezirk Friedrichshain-Kreuzberg an, allen im Bezirk gemeldeten, volljährigen Personen in speziellen Fachgeschäften den Kauf von Cannabis und einen Konsum vor Ort ermöglichen zu wollen. Als Begründung hieß es in dem Berliner Papier, Cannabis könne nicht als Einstiegsdroge für andere illegale Drogen gelten und daher bedenkenlos legalisiert werden.

Wo in Deutschland ist eine Cannabis-Legalisierung noch im Gespräch? Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach sich beispielsweise bereits für eine Legalisierung von Cannabis aus, ebenso der Bremer Bürgermeister Carsten Sieling.

Was sind die gängigen Argumente für eine Legalisierung? Dass der Konsum von Cannabis noch immer als kriminell gilt, sehen Kritiker als unzeitgemäß an. Die Strafverfolgung verursacht hohe Kosten bei Polizei und Strafverfolgungsbehörden. Gerade unter medizinischen Gesichtspunkten gibt es gleich eine ganze Reihe an Argumenten für eine Legalisierung. Schließlich haben diverse Studien bereits bewiesen, dass Cannabis auch die Symptome schwerer Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer lindern kann.

Wer ist gegen den Vorstoß in Düsseldorf? Die Düsseldorfer CDU wehrt sich gegen eine Legalisierung des Rauschmittels. Damit folgen sie bei diesem Thema dem Kurs der Union auf Bundesebene. In den Niederlanden sei eine Legalisierung bereits gescheitert und der Konsum gefährlich, so heißt es

Unterstützung bekommen sie von Seiten der Medizin. Sachverständige wiesen vor einigen Wochen im nordrhein-westfälischen Landtag darauf hin, dass der Konsum von Cannabis Depressionen hervorrufen kann. Bei Patienten, die kiffen, seien vermehrt "psychotische Entgleisungen" zu beobachten, hieß es.


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