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20/08/2015 04:34 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 07:50 CEST

Egon Bahr im Alter von 93 Jahren gestorben - 6 Erfolge, die den SPD-Mann zur Legende machen

dpa

Egon Bahr ist tot. Der SPD-Politiker starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 93 Jahren an einem Herzinfarkt. Das berichten der “stern” und der MDR unter Berufung auf SPD-Kreise.

Mit Bahr verliert Deutschland einen seiner größten Vordenker nach dem Zweiten Weltkrieg und

6 Erfolge, für die Egon Bahr unvergessen bleiben wird:

1. Bahr prägte den Leitgedanken "Wandel durch Annäherung". Anfang der 70er trieb er als Minister unter Willy Brandt maßgeblich die Öffnung der Bundesrepublik in Richtung Osten voran.

2. Er war einer der entscheidenden Friedensstifter nach dem Zweiten Weltkrieg. Bahr sagte einmal: “Im Frieden leben erfordert nicht große Worte, sondern viele kleine Schritte.” Und nach diesem Prinzip ging er an der Seite von SPD-Kanzler Brandt und auch nach dessen Rücktritt konsequent vor.

3. Er suchte gezielt die Annäherung an die DDR. Von 1966 bis 1969, während der Amtszeit von Brandt als Außenminister, war Bahr Botschafter und als Ministerialdirigent Leiter des Planungsstabes im Auswärtigen Amt. Von da an setzte er sich dafür ein, die deutsch-deutschen Verhältnisse zu verbessern. Auch später in seiner Funktion als Staatssekretär im Kanzleramt führte er diesen Kurs fort.

4. Bahr wirkte maßgeblich an wegweisenden Verträgen mit. Ab 1969 war er als Bevollmächtigter der Bundesregierung an einer ganzen Reihe von Abkommen zwischen der Sowjetunion und der BRD beteiligt, nämlich dem Moskauer Vertrag, dem Warschauer Vertrag, dem Trasitabkommen und dem Grundlagenvertrag.

5. Er kämpfte für ein atomwaffenfreies Europa. 1980 wurde Bahr Mitglied der „Unabhängigen Kommission für Abrüstung und Sicherheit“ unter dem Vorsitz des schwedischen Politikers Olof Palme. Zu den Vorschlägen der Kommission gehörte die Idee eines atomwaffenfreien Korridors in Mitteleuropa.

6. Auch nach seiner politischen Karrierre setzte er sich für den Frieden in Europa ein. Von 1984 bis 1994 war Bahr Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg. 1991 regte Bahr eine Diskussion über die Schaffung eines “Deutschen Friedenskorps“ an. 1973 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.


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