POLITIK
20/08/2015 08:47 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 09:03 CEST

Krasser Vorstoß: Slowakei will keine muslimischen Flüchtlinge aufnehmen

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Viele Fragen in der Flüchtlingsdebatte sind ungeklärt. Die Ansichten, wie mit dem Flüchtlingsstrom umzugehen ist, sind europaweit sehr unterschiedlich. Nun haben sich die EU-Staaten auf eine Verteilung von 40.000 Migranten geeinigt.

Die Slowakei nimmt auch einen Teil dieser 40.000 Flüchtlinge auf. 200 um genau zu sein. Sie stellt aber eine krasse Bedingung: Das Land möchte nur Christen Asyl gewähren, muslimische Flüchtlinge lehnt es ab.

Die Begründung des Innenministeriums: Muslime würden es dort sowieso nicht mögen. Der britische Nachrichtensender "BBC" zitiert Ivan Metik, einen Sprecher des Ministeriums, mit den Worten: "Wie sollen sie sich hier integrieren, wenn es ihnen nicht gefällt?" Schließlich gebe es in der Slowakei überhaupt keine Moscheen.

Vom Diskriminierungsvorwurf will die Slowakei nichts wissen. "Wir sind doch eh nur ein Transitland. Die wollen nicht in der Slowakei bleiben", sagte Metik der "BBC".

In der EU-Kommission stößt der krasse Vorstoß auf Unverständnis. Kommentieren wollte die Kommission in Brüssel die fragwürdige Aussage aus dem slowakischen Innenministerium zwar nicht. Eine Sprecherin sagte aber zu "Spiegel Online", dass den Mitgliedsstaaten der EU jede Form der Diskriminierung untersagt sei.


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