LIFE
20/08/2015 04:22 CEST

Das verrät uns Einsteins Gehirn über Genies

Was bedeutet es, ein Genie zu sein? Ist das nur ein salopper Begriff, um auszudrücken, dass jemand etwas besonders gut kann? Oder gibt es tatsächlich Personen, die sich durch ihre Intelligenz und ihre Fähigkeit zum abstrakten Denken von ihren Mitmenschen abheben?

Wenn es nach Michio Kaku geht, gibt es zwei Arten von Genies: Diejenigen, die nur eine bestimmte Fähigkeit extrem gut beherrschen und die, die universell genial sind. Im Gespräch mit dem Portal "92nd Street Y“ erklärt der Physiker seine Sicht auf die Dinge.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Genies

Als Genies gelten unter anderem Menschen mit dem so genannten Savant-Syndrom, das auch Inselbegabung genannt wird. Sie beherrschen nur eine Fähigkeit besonders gut und müssen meist eine anderweitige Behinderung in Kauf nehmen. Teilweise entstanden diese Fähigkeiten durch Verletzungen – wie bei Jason Padgett. Er wachte nach einer schweren Gehirnerschütterung als Mathegenie auf.

Daneben gäbe es, so Kaku, noch Menschen wie Albert Einstein. Der Physiker und Nobelpreisträger erreichte bereits in jungen Jahren massive Erfolge. Seitdem gibt er der Wissenschaft Rätsel auf. Wo lag der Grund für seine Genialität?

Glücklicherweise stahl der Pathologe, der Einstein nur drei Stunden nach seinem Tod 1955 obduzierte, das Gehirn des Physikers. Ihm war bewusst, dass es ein Stück Geschichte war. Über 40 Jahre versteckte er es vor der Außenwelt, bis er es schließlich zur Untersuchung freigab.

Bestimmte Teile von Einsteins Gehirn waren besonders stark ausgeprägt

Dabei kam heraus, dass gewisse Teile in Einsteins Hirn besonders stark ausgeprägt waren. Damit wäre die höhere Effizienz zu erklären, gerade bei abstrakten Denkprozessen, so Kaku.

Die Frage bleibt allerdings bestehen: Wurde er so geboren oder trainierte er sein Hirn? Wissenschaftler fanden bereits heraus, dass Denksportler und Mathematiker mit steigender Übung Veränderungen in den Bereichen des Gehirns zeigen.

Die Forschung arbeitet unermüdlich an Möglichkeiten, das menschliche Gehirn auszunutzen und sogar zu verbessern. Dabei ist der Fortschritt beachtlich. Es gibt bereits Körperprothesen, die mit Signalen aus dem Gehirn zu steuern sind.

Im Moment, so erfährt man im späteren Teil des Gesprächs, arbeiten die Wissenschaftler daran, Erinnerungen zu speichern und zu transferieren. Bei Mäusen sei ihnen das schon gelungen. "Als Nächstes kommen dann Primaten" sagt Kaku.

Mit dieser Technik könne man Demenzkranken helfen. Ein sogenannter "Hirnschrittmacher" könnte verloren gegangene Erinnerungen ständig wieder ins Gehirn senden.

Möglicherweise könne man diese Technik auch dafür verwenden, die Leistungsfähigkeit des Hirns zu steigern - also höhere Mathematik oder gar Sprachen über einen Chip direkt einspielen und nutzen. Ob wir das auch wirklich wollen, ist eine andere Frage.

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