POLITIK
20/08/2015 09:12 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 09:48 CEST

Bewegendes Foto: Der Moment, in dem ein Mann aus Syrien begreift, dass seine Familie jetzt in Sicherheit ist

Ein Mann weint und drückt seine Kinder an sich. Es sind Tränen der Erleichterung, die Laith Majid vergießt. Denn er hat soeben begriffen, dass er und seine Familie endlich in Europa, endlich in Sicherheit sind.

Der Fotograf Daniel Etter hat dieses Bild auf der griechischen Insel Kos geschossen. Morgens um halb fünf, als er ein Schlauchboot mit etwa zwölf Menschen an Bord anlegen sieht. Es sind Flüchtlinge, die nach einer lebensgefährlichen Überfahrt endlich auf der griechischen Insel ankommen.

Nun verbreitet sich das bewegende Foto von Laith Majid und seiner Familie im Internet. Auch der Fotograf selbst teilt es über Twitter.

Andere Twitter-Nutzer teilten das Bild ebenfalls und fanden treffende Worte: "An alle, die 'Migranten' online attackieren. Schaut euch diesen Mann an, der vor dem Krieg in Syrien flüchtet und seine Kinder an sich drückt. Und denkt noch einmal nach," schreibt Barry Malone.

Paraic O'Brien schreibt zu dem Foto: "Alle Worte und TV-Berichte über die Flüchtlingskrise in einem einzigen Foto."

Mit den Worten "Der Schmerz eines ganzen Landes im Gesicht dieses Syrers, der in Europa ankommt" teilt Karim El-Gawhary das Bild auf Twitter.

Auf Facebook schreibt Fotograf Etter: "Ich bin vielleicht nicht der emotionalste Mensch der Welt, aber der Vater Laith Majid und seine Reaktion als er und seine Familie Griechenland erreichen, bringt mich noch immer zum Weinen."

"Spiegel Online" hat den freiberuflichen Fotografen interviewt. Über die Familie von Laith Majid weiß er: "Sie kommen aus Deir ez-Zor, einer syrischen Stadt, die seit Jahren im Kampf zwischen Islamisten und der Regierung in Grund und Boden bombardiert wird. So lange es irgendwie ging, haben sie es dort ausgehalten. Sie wollten nicht weg. Die Mutter arbeitete als Englischlehrerin."

Jetzt suche die Familie nach einem Ort, an dem ihre Kinder sicher leben können und wolle nach Deutschland.

Auf Kos habe er die Familie noch einmal getroffen, in einem Zelt an der Strandpromenade. Die Kinder seien völlig erschöpft gewesen, das Mädchen habe sogar hohes Fieber bekommen. "Am Abend wollten sie auf die Fähre gehen, die als eine Art Auffanglager dienen soll. Ob sie das geschafft haben, weiß ich nicht."

Über die Reaktionen auf sein Bild sagte Etter: "Ich arbeite seit ein paar Jahren als Fotograf und habe viele emotionale Szenen erlebt. Aber es hat mich noch nie eine Situation so berührt wie diese." So etwas in einem Bild einfangen zu können, sei der Grund, warum er Fotojournalist geworden ist.



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