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19/08/2015 17:12 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 05:47 CEST

Diese Lampe funktioniert auch dann noch, wenn alle anderen versagen

Der Albtraum jedes Backpackers: Ihr sitzt spätabends im Zelt und liest im Lieblingsbuch, das Halten der Taschenlampe verursacht leichte Verspannungen, aber dafür rauscht das Meer - schön.

Bis die Batterien versagen. Aber dank der Erfindung zweier philippinischer Geschwister müssen Reisende nun nicht mehr verzweifeln. Aisa und Raphael Mijeno haben eine Lampe entwickelt, die mithilfe von Meerwasser leuchtet, wie die Huffington Post USA berichtet. Auch Smartphones können so aufgeladen werden.

salt handy

Das Projekt heißt "Salt" und steht für Sustainable Alternative Lighting, soll also eine nachhaltige, alternative Lichtquelle sein. Sie sieht zwar aus wie eine herkömmliche Campinglampe, nur eben ohne Batterien, die die LEDs zum Leuchten bringen. Ist kein Ozean in Reichweite, reicht auch ein Glas Wasser mit zwei Esslöffeln Salz.

Eine Füllung reicht laut den Erfiindern für acht Stunden Licht, die Lampe hält bis zu einem Jahr – je nach Nutzungsverhalten. Dann muss die Elektrode ausgetauscht werden. Die Leuchte funktioniert nach demselben Prinzip wie Batterien, nur eben ohne Chemikalien.

Daher beinhaltet "Salt" keine Giftstoffe und ist umweltfreundlicher. Im Gegensatz zu Kerzen und Lampen, die mit dem Kraftstoff Kerosin betrieben werden, besteht außerdem keine Brandgefahr.

Die eigentliche Zielgruppe sind jedoch nicht Backpacker sondern stromlose Haushalte auf philippinischen Inseln. Denn die haben drängendere Probleme. Laut einer Studie des staatlichen Instituts für Entwicklungsstudien lebten 16 Millionen Filipinos im Jahr 2012 ohne Strom.

salt kerosin

Filipinos ohne Strom würden vor allem Kerosin-Lampen nutzen, schreiben die "Salt"-Erfinder auf ihrer Internetseite. Aisa Mijeno sagte dem philippinischen Fernsehsender "ABS-CBN News": „Viele Bewohner sind so arm, dass sie stundenlange Fußmärsche auf sich nehmen, um Kerosin für ihre Lampen zu bekommen.“ Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, lebten sie in den entsprechenden Gebieten, erklärte Mijeno im Interview mit dem Magazin „Asian Scientist“.

Die Philippinen sind zudem das Land, das weltweit am dritthäufigsten von Naturkatastrophen betroffen ist, schreibt die Huffington Post USA unter Berufung auf eine Studie der Vereinten Nationen. Gerade hier könnten in Notsituationen Lampen helfen, die nur Meerwasser benötigen.

"Salt" komme frühestens Ende dieses Jahres auf den Markt, kündigen die Erfinder auf ihrer Website an. Bestellungen werden online entgegen genommen. Der Huffington Post USA sagten die Geschwister, dass sie mit NGOs zusammenarbeiten werden, um die stromlosen Gemeinschaften auf den Philippinen zu beliefern. Andere bedürftige Familien werden die Leuchten für umgerechnet 18 Euro kaufen können. Im Geschäft wird die Lampe etwas teurer sein.

Die Technik, Strom aus Salzwasser zu erzeugen, ist nicht neu und kann von jedem zuhause angewendet werden, wie ein Youtube-Video zeigt:

Aisa Mijeno will dies aber noch weiterentwickeln, sagte sie „Asian Scientist“: „Ich arbeite permanent an einer großen Version, die ein ganzes Dorf auf einer abgelegenen Philippinen-Insel mit Strom aus Salzwasser versorgen könnte.“ Einem Tweet zufolge geht es dabei voran: "Bald wird es Generatoren geben, die mithilfe von Meerwasser Strom für ein ganzes Küstenhaus liefern."


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