POLITIK
18/08/2015 07:47 CEST

Anti-Rassismus-Ansage: Wie "Frei.Wild" auf die "kotzenden Fans" reagiert

Getty

Die Deutschrockband "Frei.Wild" hat am Freitag eineklare Ansage gegen Rassisten und Ausländerfeinde auf Facebook gepostet - und massive Kritik dafür bekommen.Von Fans, die, so kann man es zusammenfassen, eindeutig etwas gegen Ausländer, gegen Flüchtlinge haben.

Ein Beispiel: "Das war es dann, und eure Alben hab ich auch noch gekauft.. jetzt dürft ihr zwar bisschen am, echo kuscheln, doch eure Identität hab ihr verkauft." (Fehler aus dem Original übernommen)

Am Montagabend hat die süditroler Band auf die Pöbeleien reagiert - gewohnt wortstark, pathetisch und heftig. Sie wiederholte ihre Aussage, Fremdenfeindlichkeit nicht zu dulden und rechtfertigte die Heftigkeit, mit der sie das tat:

"Liebe Frei.Wild- Familie, manche Dinge laufen NUR mit eindeutigen und brutal klaren Worten, nicht umsonst sind wir dafür bekannt, diese direkte und teilweise auch angriffslustige Sprache in unseren Songtexten zu gebrauchen, verständlich und ohne Rücksicht auf Verluste."

„Diese Art unsere abgrundtiefe Verachtung für Fremdenhass zum Ausdruck zu bringen, war wichtig, sie war richtig, wenn auch wir uns an dieser Stelle bei denjenigen entschuldigen möchten, die wir durch diese absolut radikale Art und Weise über ein und den selben Kamm scheren mussten. Das war nicht die feine englische Art, aber sie war unausweichlich und genau das erklären wir euch jetzt. Genau diese Art und Weise ist normalerweise absolut nicht die Unsere, sie wühlte auch uns beim Schreiben auf und hat interne Diskussionen entfacht. Und dennoch, sie war notwendig und sie war der Schlüssel, endlich und wahrlich alle zu erreichen, die wir erreichen wollten, alles andere wäre „Wischiwaschi- Irgendwas“ und wäre im Strom des Informationsflusses untergegangen.“

Allerdings rechnete die Band nach eigener Aussage "mit noch weit mehr kotzenden Fans". Also mit mehr als den geschätzten zehn Prozent, die sich offenbar über den klaren Kurs ärgerten.

Tatsächlich müllen Rassisten alle Internetseiten, die sich für Flüchtlinge einsetzen, mit ihren Kommentaren zu. So erreichte auch die Huffington Post nach der Aktion "Willkommen, liebe Flüchtlinge!" eine Flut hasserfüllter Antworten.

Bei "Frei.Wild" könnte die Aktion allerdings besonders auf Widerstand gestoßen sein, weil Kritiker ihr unterstellen, weit rechts zu stehen. Die Band, deren Sänger seiner rechten Vergangenheit abgeschworen hat, hatte sich wiederholt gegen die Vorwürfe gewehrt. So auch im Post vom Montag. Wer die Band für rechts halte, habe ihre Texte falsch verstanden.

„Manche singen unsere Lieder über unser Zuhause, über unser Sehnsüchte, unsere Dankbarkeit für Frieden, Freundschaft und Freiheit mit und verstehen stellenweise echt nicht, worum es uns eigentlich geht, wie wir fühlen und denken."

Die meisten Fans sollen aber wie erwähnt begeistert über die "Frei.Wild"-Aktion gewesen sein. So dankte beispielsweise Marian Klose: „tolles Statement!“ Ein anderer schrieb: "Voll super! Vielleicht wird diesmal die braune Brut gestoppt bevor sie Schaden anrichtet. Ihr hirnverbrannten Rechten werdet immer weniger, bis es euch selber peinlich wird solche Aussagen zu tätigen (...)"


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