POLITIK
19/08/2015 00:58 CEST | Aktualisiert 19/08/2015 00:59 CEST

5 wichtige Erkenntnisse der Ermittler zu den Anschlägen in Bangkok

Ermittler am Ort der Explosion in Bangkok
AP
Ermittler am Ort der Explosion in Bangkok

Noch immer ist unklar, wer für die zwei Bombenanschläge in Thailands Hauptstadt Bangkok verantwortlich ist. Im Zentrum der Millionenmetropole waren 20 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Die Fahndung nach den Drahtziehern des ersten Anschlags lief schon auf Hochtouren, als ein weiterer Sprengsatz in der Millionenstadt explodiert. Wer hinter den Anschlägen steckt und warum sie ausgeführt wurden, ist nach wie vor unklar - bisher bekannt sie niemand zu den Attentaten. Spekulationen über die Drahtzieher reichen von muslimischen Separatisten aus dem Süden des Landes über Kritiker der Militärregierung bis zu den in China verfolgten Uiguren, von denen Thailand vor kurzem mehr als 100 in ihre Heimat abgeschoben hat.

Allerdings haben die Ermittler schon einige wichtige Erkenntnisse zusammengetragen:

1. Es gibt einen Zusammenhang zwischen den beiden Attentaten

Nach den beiden Bombenanschlägen Bangkok gehen die Ermittler von einem direkten Zusammenhang zwischen den Attentaten aus. Untersuchungen der Bombenüberreste deuteten darauf hin, dass die Sprengsätze von denselben Tätern hergestellt worden seien, sagte Polizeichef Somyot Pumpunmuang am Dienstag laut der Zeitung "Bangkok Post". Ein zweiter Sprengsatz war am Dienstag in einem Fluss detoniert, ohne dass jemand zu Schaden kam. Nach einem Verdächtigen wurde mit Bildern gefahndet.

2. Beide Sprengkörper hatten die gleiche Bauart

In beiden Sprengkörpern wurden laut dem Polizeichef Spuren von TNT gefunden, das mit einem Zeitzünder versehen in ein Rohr gestopft worden war. Somyot geht nach eigener Aussage davon aus, dass mehr als eine Person für die Taten verantwortlich ist, und dass sowohl Thailänder als auch Ausländer beteiligt waren. Er bestätigte dem Zeitungsbericht zufolge, dass am Flughafen Suvarnabhumi kurzzeitig ein Ausländer von der Polizei festgehalten wurde, der einem jungen Mann ähnelt, der auf Bildern aus einer Überwachungskamera in der Nähe des ersten Anschlagsorts zu sehen war. Seine Identität werde jetzt geprüft, hieß es. Er dürfe das Land zunächst nicht verlassen.

3. Der zweite Anschlag ist fehlgeschlagen

Am Dienstag folgte dann ein zweiter Anschlag an einem belebten Ausflugspier am Fluss Chao Praya. Ein Unbekannter habe eine Rohrbombe in die Menschenmenge schleudern wollen, sein Ziel aber verfehlt, sagte ein Polizeisprecher. Der Sprengsatz sei im Fluss gelandet und explodiert.

4. Ein Verdächtiger wurde gefilmt, der wahrscheinlich die Bombe platzierte

Ein junger Mann mit Rucksack war in der Nähe des Tatorts gefilmt worden und hatte sich wenig später ohne Gepäck entfernt, wie die Armeeführung am Dienstag nach Auswertung der Überwachungsaufnahmen mitteilte. Er trug den Angaben zufolge ein auffälliges gelbes T-Shirt und mischte sich am Erewan-Schrein direkt an der wichtigsten Einkaufsmeile Bangkoks unter Dutzende Einheimische und Touristen. Auf den grobkörnigen Aufnahmen war nicht klar zu erkennen, ob es sich um einen Thailänder oder einen Ausländer handelte.

5. Der oder die Täter griffen gezielt Touristen an

Beide Anschläge fanden an Orten statt, an denen sich wohlhabende Touristen versammeln. Der Erewan-Schrein, das Ziel des ersten Anschlags, steht unmittelbar neben einem Luxushotel. Vom Ausflugspier am Fluss Chao Praya, dem Ort des zweiten Anschlags, legen Ausflugsboote für Fahrten zu den Touristenattraktionen ab. Am Fluss liegende Luxushotels holen dort mit kleinen Schiffen ihre Gäste ab. Daher sind unter den Opfern viele Ausländer: Unter den Toten waren mindestens fünf Thailänder, vier Chinesen, zwei Malaysier und eine Singapurerin. Das britische Außenministerium teilte mit, eine in Hongkong lebende Frau mit britischer Staatsbürgerschaft sei umgekommen. Laut dem Auswärtigen Amt gibt es keine Hinweise darauf, dass Deutsche getötet oder verletzt wurden.

Verantwortlich seien "Einzelpersonen oder Gruppen, die die Absicht haben, Thailand zu schaden", sagte Regierungschef Prayuth Chan-ocha in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. "Sie wollen unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören." Der stellvertretende Regierungssprecher Werachon Sukhondhapatak sagte, es sei "noch zu früh, um über die Gruppe zu spekulieren, die dafür verantwortlich sein könnte".

In Bangkok seien 1160 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz, sagte Prayuth. Nach Angaben der Touristenbehörde wurden die Patrouillen vor allem rund um die Touristenattraktionen verstärkt, auf den Straßen waren deutlich mehr Beamte zu sehen. Auch am Flughafen wurde nachgerüstet, ohne dass die Behörden Einzelheiten dazu nannten.

Zwei Tage nach dem Bombenanschlag ist der Erawan-Schrein an diesem Morgen wieder für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Kleine Händler gingen dort am Mittwoch bereits wieder ihren Geschäften nach.

Mit Material der DPA

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