POLITIK
17/08/2015 14:29 CEST | Aktualisiert 17/08/2015 14:34 CEST

Die sechs größten Rätsel um die Explosion in Bagkok

Die sechs größten Rätsel um die Explosion in Bagkok
dpa
Die sechs größten Rätsel um die Explosion in Bagkok

Im Zentrum der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist es am Montag zu einer schweren Explosion mit mehreren Toten gekommen. Diese Rätsel sind noch ungelöst:

1. Wer hat die Bombe gezündet?

Bisher hat sich keine Gruppe zum Anschlag bekannt. Die thailändische Hauptstadt war vergleichsweise friedlich, seit das Militär im Mai 2014 eine zivile Regierung von der Macht putschte. Zuvor hatte es monatelange Proteste der Opposition gegeben, die teilweise in Unruhen gemündet waren.

Politisch ist die thailändische Gesellschaft seit Jahren tief gespalten. Es gab Massendemonstrationen in Bangkok, Blockaden, Einsätze mit Wasserwerfern gegen Demonstranten, und ja, es gab auch Sprengsätze. Die waren aber immer auf Lager der politischen Gegner gerichtet. Seit dem Putsch im Mai 2014 herrscht Putschführer Prayuth Chan-ocha.

2. Wie viele Opfer gab es?

Mindestens 27 Menschen sollen bei der Explosion im Zentrum der thailändischen Hauptstadt Bangkoks getötet worden sein. Die Opferzahl steigt ständig, darunter sollen sich zahlreiche Touristen befinden. Rund 80 seien verletzt worden, berichtet die "Bangkok Post". Das Auswärtige Amt erklärte, dass sich die deutsche Botschaft um Aufklärung bemühe, ob Deutsche getötet oder verletzt worden sind.

3. Was war Ziel des Anschlags?

Die Explosion ereignete sich an der Kreuzung Rajprasong, einem wichtigen Knotenpunkt der thailändischen Hauptstadt und Zentrum vieler politischer Demonstrationen in den vergangenen Jahren. Viele Einheimische sind hier unterwegs. Der Anschlagsort liegt aber auch an dem bei Touristen beliebten Erawan-Schrein. Unklar sei, ob es sich um einen terroristisch oder politisch motivierten Anschlag handele.

Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan sagte der "Bangkok Post": „Die Täter wollten unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören, deshalb ereignete sich der Vorfall im Herzen des Touristenviertels." Die Einkaufszentren rund um den Anschlagsort sollen am Dienstag bereits wieder geöffnet haben. Der Premierminister Prayut Chan-o-cha bestritt, dass er eine Schließung von Schulen und Geschäften angeordnet haben sollen. Die städtischen Schulen sollen dennoch für einen Tag aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben.

4. Wie viele Bomben wurden gezündet?

Die Medienberichte über die Zahl der Bombe sind widersprüchlich. "Bangkok Post" geht von drei Bomben aus, wohingegen andere Medien von zwei Sprengsätzen berichten. Jedoch sei nur eine Bombe detoniert. Diese sei in dem Schrein entdeckt worden, die zweite in einem Gebäudekomplex gegenüber. Die anderen Bomben konnte entschärft werden.

5. Welcher Typ Bombe ging hoch?

Ob bei der Explosion eine Autobombe zum Einsatz kam, ist unklar. Solche Anschläge ereignen sich immer wieder im Süden Thailands, wo muslimische Aufständische für einen eigenen Staat kämpfen, bisher aber nicht in Bangkok. Laut "Bangkok Post" sei eine Bombe auf einem Motorrad in der Nähe des Erawan-Schreins detoniert. Für die Bombe sei drei Kilo TNT benutzt wurden. Der Sprengstoff hätte in einem Rohr gesteckt, das mit Kleidung umwickelt gewesen sei.

6. Warum wurde die sonst friedliche Stadt zur Zielscheibe von Gewalt?

In der Millionenmetropole geht plötzlich die Angst um. Thailand ist ein friedfertiges buddhistisches Land. Die Unruheprovinzen im Süden, wo muslimische Separatisten um mehr Autonomie kämpfen, sind 1000 Kilometer weg. Sie haben ihren Kampf praktisch noch nie in die Hauptstadt getragen.

Mit Material von dpa.


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