LIFE
16/08/2015 05:15 CEST

Wissenschaftler finden etwas, das besser gegen Depressionen hilft als Sport - die Kirche

Religion hat positive Effekte auf die mentale Gesundheit
coloroftime via Getty Images
Religion hat positive Effekte auf die mentale Gesundheit

Ja, ihr habt richtig gelesen. Wer regelmäßig die Kirche besucht, tut mehr für sein Wohlbefinden als Menschen, die Sport treiben.

Das zeigt eine neue Langzeitstudie von Erasmus MC und der London School of Economics and Political Science, an der 9000 Europäer über 50 Jahren teilnahmen. Die Forscher wollten herausfinden, wie sich verschiedene soziale Aktivitäten auf den psychischen Gesundheitszustand der Teilnehmer auswirkten. Zu den untersuchten sozialen Aktivitäten zählten politisches und soziales Engagement wie Ehrenämter, Weiterbildung, Sport und die Teilnahme an religiösen Gemeinschaften.

Kirche hält Depressionen fern

Die einzige soziale Organisation, die ihren Anhängern ein anhaltendes Glücksgefühl bescherte, war die Kirche (bzw. die Synagoge oder Moschee). Dr. Mauricio Avendano, Epidemiologe an der London School of Economics, erklärt in einem Statement:

„Die Kirche scheint eine wichtige soziale Rolle dabei zu spielen, Depressionen von sich fern zu halten und wirkt im späteren Leben auch als Bewältigungsmechanismus in Krankheitsfällen. Es ist nicht klar, wie sehr es dabei um die Religion an sich geht oder ob die positiven Effekte mehr auf das Zugehörigkeitsgefühl zurückzuführen sind und darum, nicht sozial isoliert zu sein.“

Andere soziale Aktivitäten haben eher negative Effekte

Die Forscher fanden auch heraus, dass andere soziale Aktivitäten depressive Symptome über einen längeren Zeitraum eher verstärkten. Das kann damit zusammenhängen, dass bei sozialem Engagement nach einiger Zeit der Stress, den die Verantwortung mit sich bringt, die positiven Effekte auf die Psyche überwiegt. Sport schien den psychischen Gesundheitszustand der Teilnehmer hingegen kaum zu beeinflussen.

Allerdings wirft die Studie auch Fragen auf: Entwickelten die Teilnehmer die depressiven Symptome wegen der sozialen Aktivitäten oder neigen Menschen mit psychischen Problemen eher dazu, sich zu engagieren? Und unter welchen Umständen hat die Kirche eine positive Wirkung auf den Gesundheitszustand ihrer Schäfchen?

Eine andere Studie an amerikanischen Erwachsenen aus dem Jahre 2013 legt nämlich nahe, dass Leute, die an einen bestrafenden Gott glauben, erhöhte Anzeichen von psychischen Problemen wie Paranoia oder Zwangsvorstellungen aufweisen.


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