POLITIK
16/08/2015 06:07 CEST | Aktualisiert 16/08/2015 06:07 CEST

Gabriels neuer Berater wünschte der SPD vor Kurzem noch den Misserfolg

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Gabriels neuer Berater attackierte den SPD-Chef kurz vor seinem Engagement

Thomas Hüser ist PR-Profi. Und steht für „Glaubwürdigkeit“. So schreibt er es auf seiner Internetseite.

Jener Thomas Hüser also kommentierte am 6. Dezember 2014 der Facebook-Seite des SPD-Chefs Sigmar Gabriel: „Gabriel wird beim nächsten Mal wieder 20 plus x einfahren ... Und das ist auch gut so ...“. So berichtet die „Welt am Sonntag“ über den offenbar inzwischen gelöschten Post. Außerdem soll Hüsner massiv gegen rot-rot-grün in Thüringen gewettert haben.

Und nur etwa vier Monate nach jenem nicht ganz netten, in der Einschätzung aber recht realistischen Post – engagierte SPD-Chef Sigmar Gabriel Hüser als Berater.

Absurd. Möchte man denken.

Absurd, dass sich Gabriel ausgerechnet jenen Mann ins Boot holt, der ihm offen attestiert, dass er nichts von ihm und seiner Partei hält – und laut „WamS“ zu diesem Zeitpunkt auch noch in der CDU war.

Absurd, dass ein PR-Profi mit Glaubwürdigkeit wirbt und dann so wechselt.

Absurd vielleicht schon. Aber schlau.

Aus Gabriels Sicht, weil er sich einen Mann geholt hat, der sich in dem Metier auskennt, wo seine Partei hinwill: in der politischen Mitte. Weil eine kritische Haltung den Blick schärft für offene Flanken, die ein PR-Berater decken muss. Weil man die Feinde, die man nicht besiegen kann, sich zum Freund machen soll.

Aus Hüsers Sicht, weil er offenbar gute Erfahrungen damit gemacht hat, politisch flexibel zu sein. So berichtet die „WamS“, dass er vor zehn Jahren in die CDU eingetreten war, als diese in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl gewonnen hatte.

Die Frage ist nur: Wie verkauft man so einen Schwenk am besten?

Naja, dafür ist Hüser ja der Profi.

Er „werde ich alles dafür tun, dass meine Einschätzung revidiert wird“, sagte er der „WamS“. Und auch seiner Internetseite steht zu lesen, es gehöre zu seinem Selbstverständnis, sich weiterentwickeln zu wollen.

Es ist also alles nur eine Frage der Formulierung. Die nur noch jemand glauben muss.


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