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15/08/2015 08:58 CEST

"Frei.Wild" hat eine Botschaft an Rassisten: "Verpisst euch!"

"Frei.Wild" hat eine Botschaft an Rassisten: "Verpisst euch!"
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"Frei.Wild" hat eine Botschaft an Rassisten: "Verpisst euch!"

Die Deutschrockband „Frei.Wild“ hat auf Facebook eine klare Ansage an ihre Fans gemacht: Rassisten und Ausländerfeinde will sie nicht haben.

„Ihr seid hier nicht willkommen, ihr seid nicht Teil von uns, verpisst euch, wir sind die gänzlich falsche Band für euch.“

Kritiker monieren, die Band aus Südtirol sei rechts. Sänger Philipp Burger war rechter Skinhead, die Band feierte in dem Song "Rache muss sein" von 2002 Gewalt, ein Jahr später wünschte sie den Feinden Südtirols, sie mögen "in der Hölle schmoren".

Mit rechtem Gedankengut will die Band nun angeblich nichts mehr zu tun haben. Trotzdem fand sich erst vor zwei Jahren in einem Song ein Zitat von Joseph Göbbels. Eine Kritikerin auf „sueddeutsche.de“fand zumindest, was die Band da aktuell von sich gebe, sei so uneindeutig, dass die Band ihre Absichten klar stellen müsse.

Ihre generelle politische Position wird sich wohl so schnell nicht klären lassen. Was die Band nun in Sachen Rassismus und Ausländerhass gegenüber Flüchtlingen, die vor Gewalt fliehen (nicht angesprochen werden Flüchtlinge, die aus Armut ihre Heimat verlassen) postet, ist allerdings deutlich:

„Leute, was gerade passiert, ist mehr als erschreckend. Unsere Welt gleicht mehr und mehr einem zutiefst menschenfeindlichen Planeten.“

„Es gibt Menschen, die wir heute mehr und mehr und stolzer als bisher als unsere Fans und großartige Menschen bezeichnen: Es sind diejenigen, die für Menschlichkeit und Zivilcourage einstehen, Menschen, die unsere Gedanken teilen und die sich Tag für Tag für Nächstenliebe und Mitgefühl einsetzen und sich verdammt noch mal vehement und entschlossen gegen die Brandstifter und Fremdenhasser stellen.“

„Es ist wurscht, wie sich solche Idioten und Gruppierungen nennen, ganz egal ob ,Pegia’, ,AfD’, ,Keine Asylanten in ...’ usw.: Ihr seid scheiße und diese Scheiße werden wir nicht zulassen.“

„Wer Menschen, die gerade mit knapper Not einem grausamen Krieg oder einer Verfolgung aus religiösen oder anderen Gründen entkommen sind (...), terrorisiert, der ist schlichtweg ein asoziales Arschloch (...).“

Die Welt ist bunt!Und Frei.Wild's Ländereien sind es auch!☛Teilen erwünscht!☚► http://news.frei-wild.info/archiv/7B22BAB3A9D64118.htm#anker2

Posted by Frei.Wild on Donnerstag, 13. August 2015

Freiwild plädiert dafür, die Probleme in den Herkunftsländern zu bekämpfen. Doch bis das klappe, sei es die Pflicht, sich um die Flüchtlinge hier zu kümmern.

Die Band hat auch einen Song mit dem Titel „Ich bin neu, ich fange an“ aufgenommen. Er beschreibt die Ankunft eines Flüchtlings aus dessen Sicht.

Neben Freiwild beziehen in diesen Wochen viele Prominente Position gegen Rassismus: Der „Tote Hosen“-Sänger Campino etwa.

In der Huffington Post hatten Prominente und Bürger mit Namen und Foto eine Willkommensbotschaft an die Flüchtlinge geschickt.

Wie wichtig jede einzelne dieser Aktionen ist, hat sich erst diese Woche wieder gezeigt: Blogger und Anwalt Heinrich Schmitz, der Rechte scharf kritisiert hatte, traut sich nicht mehr weiter darüber zu schreiben. Aus Angst um seine Familie. Und weil er das Gefühl hat, dass zu wenige Menschen mutig hinter ihm stehen.


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