WIRTSCHAFT
14/08/2015 12:42 CEST

So SCHÖN sehen deutsche Städte aus, wenn Zuwanderer draußen bleiben

Wir erleben Zeiten in Deutschland, in denen viele Menschen Ausschläge bekommen, wenn sie das Wort Zuwanderung nur hören.

Es sind jene zurückgebliebenen Kleingeister, die Ausländer als etwas Fremdes und damit Schlechtes sehen, für die jeder Zuwanderer einer zu viel ist. Die Deutschland am liebsten abschotten würden, die Grenzen dicht machen und nur unter sich bleiben wollen.

Es sind Menschen, die denken, dass das Städtchen, in dem sie wohnen, ohne Zuwanderer, ohne Ausländer, viel besser ist. Ohne Flüchtlinge erst recht.

Es müssen wahrhaftige Schmuckstücke sein, diese Städte, in denen Zuwanderungsgegner leben. Orte, an denen das Leben pulsiert, in denen es paradiesische Landstriche gibt – es ungefähr so aussieht:

Deutschlands veraffte Städte

Wie? Diese Orte sind gar nicht so schön? Komisch. Vielleicht könnte das daran liegen, dass deutsche Städte nach und nach veröden. Und das, was die Fremdenhasser gerne übersehen: OHNE Zuwanderung geht das sogar noch viel schneller und noch mehr Regionen werden noch schneller ihre Infrastruktur verlieren.

Das hat jetzt eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bestätigt.

Jawohl: Das trifft besonders Kleinstädte mit weniger als 20.000 Einwohnern oder Kommunen mittlerer Größe, die nicht mehr als 100.000 Einwohner haben.

Harald Herrmann, Direktor des BBSR, warnt:

„Um die Bevölkerungszahl langfristig konstant zu halten, müsste Deutschland jedes Jahr Wanderungsgewinne von circa 400.000 Personen erzielen. Bevölkerungswachstum wird ohne Zuwanderung über einen längeren Zeitraum nicht möglich sein."

Eine Rechnung, die für manch einen Ausländerhasser zu kompliziert zu sein scheint. Sich Zuwanderung zu versperren, kann jedoch fatale Folgen haben, wie ein Blick nach Ostdeutschland zeigt.

Die drei Kommunen Hoyerswerda (Sachsen), Eisenhüttenstadt (Brandenburg) oder Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) haben der Studie zufolge zwischen 2008 und 2013 den höchsten Bevölkerungsverlust aller deutschen Städte erlitten: zehn Prozent binnen fünf Jahren!

Gerne leben will in diesen Städten offenbar nicht wirklich jemand. Kein Wunder: In Eisenhüttenstadt finden regelmäßig Nazi-Aufmärsche statt. In Bitterfeld-Wolfen beobachten Experten seit Jahren einen Anstieg rechter Gewalt. Und Hoyerswerda hat bis heute mit dem Makel zu kämpfen, dass Rechtsradikale Anfang der 90er Jahre Steine und brennende Molotow Cocktails auf Flüchtlingsheime warfen.

Eine Willkommenskultur sieht anders aus.


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