WIRTSCHAFT
14/08/2015 11:50 CEST

Ruhe im Karton: Dieser Hotelchef setzt Kinder vor die Tür

Ruhe im Karton: Dieser Hotelchef setzt Kinder vor die Tür
twitter.com/morgenpost
Ruhe im Karton: Dieser Hotelchef setzt Kinder vor die Tür

Stell dir vor, du bist im Wellness-Urlaub. Eine Woche einfach nur ausspannen. Im Whirlpool liegen, ein bisschen frische Luft schnappen und abends fein dinieren – bei Kerzenlicht mit dem oder der Liebsten. Was könnte diesem Genuss noch im Wege stehen?

Ein Hotel in Bad Saarow hat die Antwort: Kinder. Im Vier-Sterne Resort „Esplanade“ müssen diese in Zukunft draußen bleiben. Schluss mit Geschrei, Gezanke, Gerenne und all dem anderen Unsinn, den Kinder so anstellen. Den Gästen zu Liebe.

"Wir sind keinesfalls kinderfeindlich“, sagt Tom Cudok, Hotelchef des „Esplanade“. „Wir wollen sie nur einfach nicht bei uns haben“, meint er damit. Denn: Viele Erholungsbedürftige wären auf der Suche nach einem Ort, an dem sie die verdiente Auszeit „niveauvoll und ungestört“ genießen könnten.

„Niveauvoll und ungestört“ heißt in Bad Saarow von nun an also kinderfrei. Neu ist dieses Konzept keinesfalls. Erst kürzlich hatte ein australischer Restaurantbesitzer auf sich aufmerksam gemacht, weil er sein Lokal zum Kinder-Sperrgebiet machte.

Ob die Neuausrichtung des „Esplanade“ ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten. Bisher häufen sich vor allem kritische Stimmen. Hans Leitner, Leiter der Fachgruppe Kinderschutz in Brandenburg sagte etwa gegenüber der Berliner Morgenpost: „Familien werden benachteiligt. Auch, weil sie in der Regel nicht so zahlungskräftig sind wie Kunden ohne Kinder"

Geht der Quengel-Stopp also nach hinten los? Hotelchef Cudok lässt durchblicken, viele seiner Stammgäste seien nicht glücklich über die neuen Pläne. Unter ihnen gäbe es viele, die sagen: „Schade, dann werden wir nicht mehr bei Ihnen wohnen." Vielleicht ist Niveau ja doch keine Frage des Alters.


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