WIRTSCHAFT
13/08/2015 03:29 CEST | Aktualisiert 13/08/2015 03:34 CEST

Diese Folgen hätte ein Crash Chinas für die deutsche Wirtschaft

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Nur eine Meldung hat gereicht, um die deutsche Börse einbrechen zu lassen. Als China vor zwei Tagen ankündigte, seine Währung Yuan um fast zwei Prozent abzuwerten, brachen die Aktien von BMW, Volkswagen und Daimler um bis zu fünf Prozent ein.

Seither hat die kommunistische Regierung den Yuan weiter auf Talfahrt geschick. Der chinesische Export bricht ein, die Industrieproduktion lahmt und die Umsätze im Einzelhandel sind schwächer als erwartet: Der Wachstumsmotor China ist ins Stottern geraten. Und die Zeichen mehren sich, dass China vor einer großen Krise steht.

Die hätte auch dramatische Folgen für Deutschland. China ist mit Abstand Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Asien - und weltweit ist der weltweit wichtigste Absatzmarkt für deutsche Maschinen. "Früher hieß es, wenn Amerika hustet, hat die Weltwirtschaft eine Grippe. Heute kann der Schwächevirus durchaus aus China kommen", meint etwa Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater.

Diese vier Folgen hätte ein Crash in China für die deutsche Wirtschaft.

1. Deutsche Unternehmen müssen sich auf härtere Konkurrenz einstellen

Zwar würden Technologieprodukte vor allem über die Qualität verkauft, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben, der Nachrichtenagentur dpa. "Aber natürlich spielt auch der Preis immer eine Rolle - und hier erhalten chinesische Konkurrenten durch die Abwertung nun einen Vorteil". Bereits in den letzten Jahren sei der Marktanteil chinesischer Unternehmen weltweit gestiegen. So sei das Land beispielsweise inzwischen der größte Lieferant Indiens im Maschinenbau.

2. Eine Krise träfe die deutsche Wirtschaft ins Mark

China ist für zentrale Branchen einer wichtigsten Handelspartner. 2014 gingen Maschinen und Anlagen aus deutscher Fertigung im Wert von 17 Milliarden Euro in die Volksrepublik. In kein anderes Land exportierten sie so viel. Auch für Autobauer ist der Riesenmarkt ein Muss. Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen etwa entfällt ein gutes Drittel des Konzernabsatzes auf China. Auch für die Elektroindustrie war China 2014 erstmals die Nummer eins unter den Absatzmärkten. Die Exporte haben sich von 2,5 Milliarden im Jahr 2000 auf 14,9 Milliarden Euro im Jahr 2014 versechsfacht.

3. Unternehmen müssten radikal sparen

Diese Exporte stehen auf dem Spiel. „Wenn die Gewinne in China dauerhaft sinken, dürften die Firmen den Rotstift ansetzen“, sagte VWL-Experte Ralph Solveen von der Commerzbank. Dabei würden sie zunächst überdenken, ob und wie viel sie hierzulande investieren wollen. In einem weiteren Schritt könnten sogar Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

4. Greift die Krise auf andere Schwellenländer über, wird es gefährlich

Richtig gefährlich wird es, wenn die Krise auch auf andere Schwellenländer ausweitet. „Das hätte direkte Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft", sagte Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg-Bank, "Focus Online". Auch Commerzbank-Volkswirt Solveen sieht eine große Gefahr in den Schwellenländern: „Die sogenannten ‚Emerging Markets‘ sind momentan der größte Risikofaktor für die Weltwirtschaft.“


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