WIRTSCHAFT
12/08/2015 08:01 CEST | Aktualisiert 12/08/2015 09:05 CEST

Wikileaks zahlt 100.000 Dollar Kopfgeld für TTIP-Papiere

Getty
Wikileaks Gründer Julian Assange (AP Photo / John Stillwell, POOL)

Seit Sommer 2013 verhandeln die USA und Europa über das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP). Doch der völkerrechtliche Vertrag gilt weiterhin als eines der größten Geheimnisse der internationalen Politik. Bisher ist wenig über den genauen Inhalt von TTIP und die Positionen der Verhandlungspartner bekannt. Das könnte sich bald ändern – denn die Enthüllungs-Plattform Wikileaks hat die Jagd auf die TTIP-Dokumente eröffnet.

Per Crowdfunding wollen die Whistleblower 100.000 US-Dollar sammeln, die dann als Kopfgeld auf die TTIP-Papiere ausgesetzt werden. So sollen Informanten dazu bewegt werden, Teile der Geheimdokumente zu veröffentlichen. Seit Dienstag sind bereits mehr als 41.000 Dollar zusammengekommen. Unter den Spendern sind auch berühmte US-Journalisten wie Glenn Greenwald und Daniel Ellsberg, Modedesignerin Vivienne Westwood und Griechenlands Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis.

Wikileaks bewarb ihre Kampagne mit einem elfminütigen Video. In diesem äußerte sich auch Gründer Julian Assange zu der Aktion. „Das TTIP-Abkommen ist das Wichtigste, was derzeit in Europa passiert. (...) Einmal unterschrieben wird dies einen wesentlichen Teil eines Plans zementieren, den die US-Regierung ausersonnen hat: einen neuen globalen Block, der die Dominanz der größten US-Konzerne sicherstellen wird.“

Derzeit sieht es so aus, als wäre die Crowdfounding-Kampagne ein Erfolg. Ob die ausgeschriebenen 100.000 Dollar einen Informanten dazu bewegen werden, die hochgeheimen Dokumente preiszugeben, ist jedoch unklar. EU-Abgeordnete haben nur einen begrenzten Zugang zu den Papieren, dürfen diese nur in streng isolierten Räumen einsehen. Teile der TTIP-Dokumente, die von US-Seite als geheim eingestuft werden, sind sogar noch schwieriger zugänglich.

Es wäre nicht der erste spektakuläre Coup von Wikileaks. Für Informationen über das transpazifische Handelsabkommen (TPP) zwischen den USA und zahlreichen pazifischen Staaten startete die Enthüllungs-Plattform einen ähnlichen Spendenaufruf. Drei der fast dreißig Kapitel des Dokumententwurfs konnten so bereits veröffentlicht werden.


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