POLITIK
12/08/2015 06:57 CEST | Aktualisiert 12/08/2015 10:33 CEST

4 Gründe, warum der Ukraine-Konflikt schon bald wieder eskalieren wird

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Warum der Konflikt in der Ukraine jetzt wieder eskalieren könnte

Seit Monaten hat sich der Konflikt in der Ukraine gefühlt abgekühlt. Zwar bekämpfen sich die Armee der Ukraine und Rebellen weiterhin, es gibt Tote und Verletzte - doch nun erwartet keiner mehr einen Dritten Weltkrieg mehr.

Doch ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Diese vier Punkte deuten darauf hin, dass der Konflikt in der Ukraine weiter eskalieren könnte:

1. Militärübungen haben massiv zugenommen

Sowohl das westliche Verteidigungsbündnis Nato als auch Russland haben in den vergangenen Monaten die Zahl der Militärübungen massiv erhöht. 4000 Übungen auf russischer Seite und 162 Übungen (und damit mehr als doppelt so viele wie geplant) auf Nato-Seite haben bereits stattgefunden.

2. Experten warnen vor einem gefährlichen Teufelskreis

Die vermehrten Militärübungen könnten gefährliche Folgen haben, warnen Experten des European Leadership Networks in einer aktuellen Studie. Ihr Titel: "Vorbereiten auf das Schlimmste: Machen die Militärübungen Russlands und der Nato einen Krieg in Europa wahrscheinlicher?"

Das Paradoxe an den Übungen: Keine Seite wirft der anderen offiziell vor, einen Krieg zu planen – und doch bereiten sich beide Seiten aktiv auf genau diesen vor. Laut den Experten macht das eine echte Eskalation in Zukunft wahrscheinlicher.

3. Die Kämpfe haben wieder zugenommen

Obwohl seit Februar offiziell Waffenstillstand herrscht, sieht die Realität leider anders aus: Seit dem Wochenende ist wieder von schweren Kämpfen die Rede. Erst gestern meldete die Regierung in Kiew, dass eine Gruppe von 400 Separatisten ukrainische Stellungen im Krisengebiet Donbass angegriffen haben – ein wichtiges Gebiet, das zwischen der russischen Grenze und der Krim liegt. Ein Weg Richtung Frieden sieht anders aus.

4. Mächtige planen von Moskau aus den Putsch in Kiew

„Komitee zur Rettung der Ukraine“ heißt ein Kabinett, das vor wenigen Tagen vom ukrainischen Ex-Regierungschef Nikolai Asarow in Moskau gegründet wurde. Dort lebt er seit seiner Entlassung 2014. Die Mitglieder dieses Kabinetts hält Asarow größtenteils geheim, dafür sind die politischen Ziele des Komitees ganz klar: Vorgezogenen Neuwahlen, eine Einigung mit den Separatisten – und den Sturz der Kiewer Regierung.

Und dabei wird er massiv von der russischen Regierung unterstützt: Der Propaganda-Sender Russia Today berichtet rund um die Uhr in höchsten Tönen über Asarows Plan und beschuldigt gleichzeitig die Kiewer Regierung, das Land in den Ruin zu führen.

Wachsende Armut, Inflation und drohende humanitäre Katastrophe machen die Ukraine zunehmend anfällig für solche Putsch-Versuche. Zudem ist Europa gerade mit sich selbst beschäftigt - im Prinzip hätte Russland deshalb im Moment freie Hand. Flüchtlings- und Griechenlandkrise halten den Kontinent in Atem.


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