POLITIK
13/08/2015 00:48 CEST | Aktualisiert 13/08/2015 03:20 CEST

Eine Zahl beschreibt Kim Jong-uns Brutalität perfekt

Kim Jong-un bei der Begrüßung weiblicher Fußballer am Flughafen
AP
Kim Jong-un bei der Begrüßung weiblicher Fußballer am Flughafen

Man kommt mit dem Zählen der Politiker, die von Kim Jong-un umgebracht wurden, gar nicht mehr mit. Nun soll der nordkoreanische Diktator einen weiteren unliebsamen Führer seines Regimes hingerichtet haben. Der Vize-Premierminister Choe Yong-gon soll im Mai auf seinen Befehl hin exekutiert worden sein. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap wurden somit 70 nordkoreanische Politiker unter Kim Jong-uns Herrschaft umgebracht.

Der Anlass für diese letzte Exekution war lächerlich. Choe soll umgebracht worden sein, nach dem er "Unbehagen wegen der Aufforstungs-Politik des jungen Führers" geäußert haben soll, schrieb Yonhap. Richtig gelesen - es ging um das Pflanzen von Bäume. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf eine anonyme Quelle, "die mit den Verhältnissen im Norden vertraut ist".

Die Liste der Toten wird immer länger. Unter anderem soll er seine Tante vergiftet, die gesamte Familie seines Onkels hingerichtet und seinen Verteidigungsminister mit einem Flak-Geschütz zerfetzt haben.

Das Aufforstungs-Programm wurde beschlossen, da Nordkorea zurzeit eine schreckliche Dürre durchmachen muss. Nach nordkoreanischen Angaben seien 30 Prozent der Reisfelder vertrocknet. Die Abholzung von Wäldern soll der Grund für diese Dürre sein.

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Gleichzeitig wurde bekannt, dass Nordkorea seine Kapazitäten für den Abbau und die Verarbeitung von Uranerz vorantreibt. Das abgeschottete Land könnte das Uranerz für sein Atomwaffenprogramm verwenden oder Reaktoren betreiben, heißt es in der Studie des Rüstungskontrollexperten Jeffrey Lewis vom Monterey Institute of International Studies. Sie wurde am Mittwoch auf der Webseite 38 North veröffentlicht, die sich auf Nordkorea spezialisiert hat.

Jüngste Satellitenaufnahmen würden belegen, dass Nordkorea zuletzt eine Uranmühle nahe der wichtigsten Mine des Landes in Pyongsan modernisiert habe, schreibt Lewis. Das würde darauf hindeuten, dass die Regierung mit der Weiterverarbeitung von größeren Mengen von Uran rechnet.

Was es damit vorhat, ist aber unklar. In einer Uranmühle wird das Erz zu einem Pulver namens Yellowcake - eine Vorstufe, bevor es zu Reaktortreibstoff verarbeitet oder in Zentrifugen zu waffenfähigem Material angereichert werden kann.

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