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11/08/2015 09:16 CEST

Rewe setzt auf mehr Tierschutz bei der Schweinehaltung

Rewe geht einen bedeutenden Schritt beim Tierschutz
dpa
Rewe geht einen bedeutenden Schritt beim Tierschutz

Der Handelskonzern Rewe macht ernst beim Thema Tierschutz. Der Lebensmittelriese kündigte am Dienstag an, er werde ab 2017 bei seinen Eigenmarken kein Frischfleisch mehr verkaufen, das Schweinen stamme, die ohne Betäubung kastriert werden. Die für die Tiere schmerzhafte Prozedur passe "einfach nicht mehr in die heutige Zeit", hieß es. Das deutsche Tierschutzgesetz sieht ein Verbot der umstrittenen Praxis erst ab 2019 vor.

Laut Rewe werden in Deutschland jährlich rund 20 Millionen männliche Ferkel in den ersten Tagen nach ihrer Geburt ohne Betäubung kastriert. Dies geschieht, um zu verhindern, dass sich der unangenehme Ebergeruch ausbildet. Die Entscheidung, auf diese Prozedur zu verzichten, sei für den deutschen Einzelhandel bisher einmalig, erklärte Rewe. Das Unternehmen kündigte an, es werde nun mit den Lieferanten eine Strategie zur Einführung alternativer Methoden erarbeiten. Rewe geht nicht davon aus, das die Umstellung Auswirkungen auf den Preis haben wird.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, begrüßte die Entscheidung des Handelsriesen. "Die Kastration ohne Betäubung ist pure Tierqual", sagte er. "Wir erwarten, dass alle Handelsunternehmen dem Beispiel von Rewe folgen."

Rewe ist nicht der erste deutsche Handelskonzern, der sich der artgerechten Tierhaltung verschrieben hat: Bereits im Februar hatte etwa der Discounter-Riese Aldi-Süd angekündigt, dass die Kunden von nun an sehen können, woher das Fleisch bei Aldi stammt. Auf seiner Homepage erklärte das Unternehmen: "Wir erwarten von unseren Food-Lieferanten, dass sie sich bei Forschungs- und Pilotprojekten zur Verbesserung von Tierwohl-Aspekten engagieren oder eigene Projekte anstoßen."


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