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11/08/2015 06:40 CEST | Aktualisiert 11/08/2015 08:30 CEST

Neues Hilfspaket für Griechenland: 5 Dinge, die ihr darüber wissen müsst

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Ein drittes Hilfspaket steht kurz zuvor

18 Stunden lange haben die griechische Regierung und die internationalen Gläubiger verhandelt - und sich letztlich auf auf ein neues Hilfspaket geeinigt. Das berichteten griechische Medien. Eine offizielle Bestätigung blieb am Dienstagmorgen jedoch noch aus.

Lange hatte es nicht nach einem Kompromiss zwischen Athen und den internationalen Geldgebern ausgesehen. Hier sind fünf Punkte, die ihr jetzt zur Einigung wissen müsst.

1. Warum war eine Übereinkunft jetzt so wichtig?

In der vergangenen Woche hatte die griechische Regierung fristgerecht Zinsen über 186,3 Millionen Euro an die Europäische Zentralbank zurückgezahlt. Das hat zwar die Geldgeber ein wenig beruhigt - aber Athen nur wenig Luft gebracht. Schon am 20. August ist die nächste Rate über 3,2 Milliarden Euro an die EZB fällig: Geld, das Griechenland nicht hat.

2. Was waren die Bedingungen für das neue Hilfspaket?

Bedingung der Geldgeber für ein drittes Paket war, dass Ministerpräsident Alexis Tspiras alle Reform- und Sparpläne umzusetzt. In den vergangenen Wochen hatte Tsipras die internationalen Reformpläne im Parlament durchgebox, obwohl seine links-rechts-Koalition nicht geschlossen dafür ist.

Verlangt haben die Gläubiger unter anderem Modernisierungen im Justiz- und Bankwesen: Dort soll EU-Recht eingeführt werden. Außerdem sollen sie Risiken für Steuerzahler mindern und Kosten senken.

3. Auf welche Forderungen verzichteten die Gläubiger?

Auch wegen Analysen, die belegen, dass sich die griechische Wirtschaft seit Jahresbeginn im freien Fall befindet, schraubte die Troika ihre Ansprüche merklich herunter. Ein Beispiel: Es wird nicht klappen, einen Primärüberschuss von einem Prozent zu erreichen. Der Primärüberschuss ist ein Indikator dafür, wie sich der Haushalt ohne Zinsbelastung entwickelt.

4. Was beinhaltet das Hilfspaket?

2015 darf sich Griechenloch noch einen Haushalt erlauben, der nicht so gut dasteht. Im Wirtschaftssprech heißt das: Griechenland darf ein Defizit von 0,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Primärhaushalt haben. Im kommenden Jahr soll der Überschuss auf 0,5 Prozent steigen, bis zum Jahr 2018 soll er 3,5 Prozent betragen.

Das Hilfspaket soll 86 Milliarden Euro betragen.

5. Wie sind die Reaktionen auf das Hilfsprogramm?

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jens Spahn war vor den finalen Gesprächen Dienstagmorgen optimistisch, dass letzte Details bald geklärt werden: "Es scheint so zu sein, dass es eine höhere Bereitschaft gibt, als wir sie in den letzten Monaten erleben mussten, sagte Spahn im "ARD-Morgenmagazin. Der CDU-Abgeordnete erwartet, dass die Beteiligten eine langfristige Lösung finden, für drei Jahre statt drei Tage.

Zufrieden schien auch der neue griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos zu sein: „Nur noch zwei, drei kleinere Details sind in den Gesprächen mit den Geldgebern noch offen".

Ganz andere Töne waren jedoch aus Finnland zu hören: Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, kündigte die Regierung in Helsinki an, sich vorerst nicht am Hilfspaket zu beteiligen: "Wir werden weder Finnlands Kredite erhöhen, noch die griechischen Schulden reduzieren“, sagte Finnlands Außenminister Timo Soini.

Update: Mittlerweile haben sich beide Seiten endgültig geeinigt: Eine "Grundsatzeinigung" sei "auf technischer Ebene" erzielt worden, sagte eine Sprecherin der Brüsseler EU-Kommission.

Mit Material von dpa

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