POLITIK
11/08/2015 23:52 CEST | Aktualisiert 12/08/2015 05:29 CEST

Prostitution weltweit: Diese umstrittene Entscheidung von Amnesty sorgt für heftige Reaktionen

Amnesty International will sich künftig für die Legalisierung der Prostitution einsetzen
ANP
Amnesty International will sich künftig für die Legalisierung der Prostitution einsetzen

Kaum eine Organisation genießt so ein solches Vertrauen wie Amnesty International. Doch nun ist die Menschenrechtsorganisation einen Schritt gegangen, mit dem sie sich heftiger Kritik aussetzt. Sie will sich künftig für die Entkriminalisierung der Prostitution weltweit einsetzen.

Das beschlossen Delegierte aus aller Welt am Dienstag in Dublin beim International Council Meeting (ICM) von Amnesty. Das Treffen ist eine Art Hauptversammlung der Internationalen Bewegung von Amnesty. Es legt die Grundlinien der Menschenrechtspolitik der Organisation fest.

Diese 3 Dinge müsst ihr über die umstrittene Entscheidung von Amnesty wissen:

1. Die internationale Führung von Amnesty will jetzt eine entsprechende Politik entwickeln. "Prostituierte sind eine der am meisten vernachlässigten Gruppen in der Welt, die in den meisten Fällen ständig dem Risiko von Diskriminierung, Gewalt und Missbrauch ausgesetzt sind", sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty. "Unsere weltweite Bewegung ebnete den Weg, dass wir eine Politik verfolgen können, die den Schutz der Menschenrechte von Prostituierten fordert."

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2. Die Entscheidung war im Vorfeld von prominenten Frauen wie Meryl Streep und Kate Winslet kritisiert worden.

Die Entkriminalisierung von Prostitution öffne der Ausbeutung von Frauen Tür und Tor. In einem Brief an Amnesty hatten sie "tiefe Besorgnis" über die Beschlussvorlage geäußert. Amnestys Ruf würde irreparabel befleckt, heißt es in dem Brief, "wenn es eine Politik annehmen sollte, die Partei ergreift für Käufer von Sex, Zuhälter und andere Ausbeuter, anstatt für die Ausgebeuteten". Zu den Unterzeichnern gehört neben Aktivisten, Politikern und Prominenten aus verschiedenen Ländern auch die deutsche Zeitschrift "Emma".

3. Sio reagierte Amnesty auf die Vorwürfe: Tausende Menschen unterstützten einen Aufruf an Amnesty, auf den nunmehr vollzogenen Schritt zu verzichten. Amnesty selbst wies darauf hin, man habe vor dem Beschluss zahlreiche Betroffene angehört.

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