POLITIK
10/08/2015 04:59 CEST

In Ferguson fielen bei einer Gedenkfeier an Michael Brown erneut Schüsse

In Ferguson fielen bei einer Gedenkfeier an Michael Brown erneut Schüsse
dpa
In Ferguson fielen bei einer Gedenkfeier an Michael Brown erneut Schüsse

Bei den Gedenkfeiern für den vor einem Jahr von einem weißen Polizisten erschossenen schwarzen Jugendlichen Michael Brown ist es in der US-Stadt Ferguson zu Schüssen und Krawallen gekommen.

Was ist geschehen? Ein Polizist sei am Sonntagabend Ortszeit unter heftigen Beschuss geraten und habe zurückgefeuert, teilte die Polizei des Bezirks Saint Louis über Twitter mit. Zwei Fahrzeuge seien beschädigt worden. Nachfragen zu den Schüssen beantwortete die Polizei vorerst nicht.

Was berichten Augenzeugen? Ein Journalist der "New York Times" berichtete, dass Beamte hinter Fahrzeugen in Deckung gegangen seien. Hubschrauber kreisten über dem Ort. Es blieb zunächst unklar, wer die Schüsse abgegeben hatte.

Gab es Verletzte? Ob die Schüsse jemanden verletzen, war zunächst nicht klar, doch sah ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP kurz nach dem Vorfall einen blutüberströmten Mann mit dem Gesicht nach unten liegen. Später sah ein AP-Reporter eine trauernde Frau die von Freunden getröstet wurde und schrie: "Warum haben sie das getan?" Ein Mann sagte: "Sie haben meinen Bruder getötet."

Wie kam es zu dem Vorfall? Die Gedenkveranstaltung für Brown begann friedlich mit einem Trauermarsch, der vom Tatort zu einer Kirche der Stadt bei St. Louis führte. Vor dem Gedenkgottesdienst gab es eine Schweigeminute. Medienberichten zufolge hielten in Ferguson im Bundesstaat Missouri viele der Demonstranten Schilder in die Höhe. Auf ihnen stand demnach etwa zu lesen: "Stoppt das Töten schwarzer Kinder" oder "Wir erinnern Mike Brown".

Es sollte ein friedliches Fest werden. Der Vater Michael Browns sagte den Berichten zufolge im Rahmen der Gedenkfeiern, die Familie trauere noch immer. Er dankte demnach allen, die gekommen waren. Zahlreiche Menschen versammelten sich auch zu volksfestartigen Veranstaltungen, es gab Musik und Grillpartys.

Außerhalb kam es zu Protesten, die zunächst friedlich blieben. Demonstranten blockierten Straßen. Jemand warf eine Glasflasche auf einen Polizisten, traf ihn aber nicht. Für Montag riefen mehrere Gruppen zu einem Tag des zivilen Ungehorsams auf. Nach Angaben der Organisatoren galt das Gedenken auch den anderen Opfern von Polizeigewalt seit Browns Tod.

Wie kam es zu den Unruhen in den USA? Der Tod des unbewaffneten Brown am 9. August 2014 hatte zu Unruhen und Demonstrationen gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA geführt. Der Polizist, der ihn tötete, wurde nicht angeklagt. Brown war unbewaffnet von dem weißen Polizisten erschossen wurde. Es folgten Proteste und teils schwere Unruhen in Ferguson.

Kurz vor dem Jahrestag hatte ein weißer US-Polizist erneut einen unbewaffneten Afroamerikaner erschossen. Der "Washington Post" zufolge gab es seit Browns Tod 24 solcher Fälle. Der in Texas getötete Student war nach Polizeiangaben am frühen Freitagmorgen in der Stadt Arlington mit seinem Wagen durch die Scheibe eines Autohauses gefahren. Zwei Beamte seien wegen eines mutmaßlichen Einbruchsdeliktes dorthin geschickt worden.

Wie kam es zu dem Vorfall? Der 19-Jährige habe Aufforderungen der Beamten, sich zu ergeben, nicht Folge geleistet, zitierte der Sender CNN den Polizeichef von Arlington, Will Johnson. Anschließend sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen, ein Beamter habe viermal geschossen.

Die Familie des getöteten Studenten, seine Universität und sein Footballteam reagierten betroffen und geschockt. Sein Vater sagte, was sein Sohn getan habe, sei nicht richtig gewesen. "Aber warum wurde ein unbewaffneter Mann erschossen? (...) Unbewaffnet, ein 19-Jähriger, und sie erschießen ihn?"


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