WIRTSCHAFT
10/08/2015 02:51 CEST | Aktualisiert 10/08/2015 07:06 CEST

Dienst-E-Mails nach Feierabend: die neuesten und wichtigsten Fakten

Thinkstock
Dienst-E-Mails nach Feierabend: die neuesten und wichtigsten Fakten

42 Prozent der deutschen Arbeitnehmer lesen im Feierabend noch berufliche E-Mails. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) hervor. 28 Prozent nehmen nach eigenen Angaben die Informationen nicht nur passiv zur Kenntnis, sondern antworteten auch in ihrer Freizeit.

International liegen die Deutschen damit im Mittelfeld. Insgesamt wurden 6000 Arbeitnehmer befragt. Die Rangliste der E-Mail-Leser sieht so aus:

  • Schweizer: 58 Prozent
  • Italiener: 56 Prozent
  • Österreicher: 54 Prozent
  • Spanier: 45 Prozent
  • Briten: 37 Prozent
  • Franzosen: 36 Prozent

Viele Deutsche lesen umgekehrt auch im Dienst private E-Mails oder stöbern auf Facebook. Ebenfalls 42 Prozent, um genau zu sein.

Ist das nun gut oder nicht? Da sind sich die Befragten nicht einig. 41 Prozent der befragten Deutschen finden, die Vernetzung trage dazu bei, nicht mehr richtig abschalten und entspannen zu können. Ein gutes Drittel der Deutschen sieht seinen Alltag durch Tablets, Smartphones und andere Vernetzungsprodukte erleichtert, fast genauso viele sind aber auch vom Gegenteil überzeugt.

Wie denken die Arbeitgeber darüber? Arbeitgeberverbände machten jüngst mit dem Vorstoß Schlagzeilen, den Acht-Stunden-Tag abzuschaffen. Die Arbeitszeit soll damit nicht verlängert, aber flexibler gestaltet werden. Unternehmen, die viel Projektarbeit haben oder Kunden in anderen Zeitzonen haben, erhoffen sich so bessere Chancen. Andere Unternehmen, etwa BMW, sehen es als Recht ihrer Angestellten, am Feierabend unbehelligt zu bleiben.

Wo liegt das Problem? Eine Studie der Krankenkasse AOK hatte ergeben, dass von 22 Prozent der Befragten erwartet wird, dass sie auch im Privatleben für den Arbeitgeber zur Verfügung stehen. Für ein Drittel ist das eine massive Belastung, die zum Wegfall von Erholungszeiten führt, zu ständiger Unruhe ... Ständige Überforderung - die kaum allein von E-Mail-Lesen ausgelöst wird - kann letztlich auch zum Burnout führen. Welche Anzeichen es für diese Krankheit gibt, seht ihr hier.

Was können Arbeitnehmer tun? Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen, rät, mit den Vorgesetzten klar Absprachen zu treffen, wann sie erreichbar sein sollen. Außerdem hat die HuffPost Strategien zum Umgang mit der E-Mail-Flut in der Arbeit und danach zusammengestellt.

Mit Material von dpa


Lesen Sie auch:

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite

Video:Am Arbeitsplatz: So wäre es, wenn Männer ihre Tage hätten