POLITIK
09/08/2015 04:13 CEST | Aktualisiert 18/01/2016 13:42 CET

Kauder spricht sich gegen gezielte Fachkräfte-Abwerbung aus dem Ausland aus

dpa

Es ist noch nicht lange her, da ließ Bundesinnenminister Thomas de Maizière einen bemerkenswerten Satz fallen: „Wir alle wissen, dass Deutschland auch auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen ist“. Damit dürfte der CDU-Politiker auf wenig Gegenliebe in seiner Partei gestoßen sein - dabei hatte de Maizière Recht.

Schon im vergangenen Jahr hat die Huffington Post über die positiven Auswirkungen von Zuwanderung hingewiesen. So dürfte die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf den internationalen Märkten nur steigen, wenn Fachkräfte aus dem Ausland in die Bundesrepublik kommen.

Zuwanderung bringt Wohlstand - das beweisen traditionelle Einwandererländer wie Kanada, Australien oder die USA, die regelmäßig gut abschneiden, wenn es um Kriterien wie den Gesundheitszustand, das Wohlbefinden und die Wohnsituation ihrer Bürger geht.

Unionsfraktionschef Volker Kauder sieht das etwas anders. In der "Welt am Sonntag" spricht er sich mit zwei Argumenten gegen eine gezielte Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland aus:

  • "Wir können uns doch nicht verhalten wie ein großer Fußballclub, der den eigenen Talenten keine Chance bietet, weil er lieber Spieler im Ausland einkauft! Unsere jungen Leute werden befristet eingestellt, aber um jemanden aus dem Ausland zu bekommen, müssen die Betriebe mit einer Festanstellung werben. Das geht nicht."

  • "Außerdem möchte ich darauf hinweisen: Acht Prozent unserer Schüler gehen heute ohne Abschluss ins Leben. Sollten wir uns nicht zuerst darum kümmern, die zu qualifizieren, die schon hier sind? Die Notwendigkeit für mehr Einwanderung kann ich im Augenblick wirklich nicht erkennen."

Kauders Thesen dürften in den kommenden Tagen für Gesprächsstoff sorgen. Zumal es mittlerweile prominente Befürworter einer geregelten Anwerbung qualifizierter Menschen aus dem Ausland gibt - unter anderem den Wirtschaftsflügel aus der CDU.

Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm sagte zuletzt im rbb-Inforadio, man müsse für diejenigen, „die herkommen und etwas leisten wollen, mehr Anreize geben“. Der CDU-Politiker wies darauf hin, dass der Versuch mit der Green Card gescheitert sei. „Wir müssen deutlich machen, wen wir haben wollen“, betonte Schönbohm.

Und auch Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), weist schon lange darauf hin, dass Deutschland "auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen" sei.


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