WIRTSCHAFT
07/08/2015 13:57 CEST | Aktualisiert 07/08/2015 13:57 CEST

Holz aus eigener Produktion: Ikea wird etwas an seinen Möbeln stark verändern - und das ist eine gute Nachricht

Getty

Günstige Möbel, unverständliche Gebrauchsanleitungen, Ein-Euro-Hotdogs an der Kasse - Ikea ist für so einiges bekannt, aber bisher eher weniger für hochwertige, nachhaltige Produkte.

Dabei treibt der Möbelgigant schon seit einigen Jahren eine Kampagne voran, die dem Billig-Image entgegenwirken und zeigen soll, dass Ikea trotz Schleuderpreisen an die Umwelt denkt. Zuletzt hat das Unternehmen Solarzellen auf Firmengebäuden installiert und Windkraftanlagen gekauft. Außerdem will es künftig “voll auf nachhaltige Baumwolle und LED-Leuchten setzen”.

In fünf Jahren will Ikea energieunabhängig sein

Bis 2020 will der Konzern mit seiner Strategie komplett energieunabhängig werden. Das bedeutet: Ikea will so viel erneuerbare Energie selbst erzeugen, dass damit alle Einrichtungshäuser und andere Gebäude des Konzerns versorgt werden können.

1,5 Milliarden Euro sind bis dahin für die große Nachhaltigkeitskampagne eingeplant. Die soll sich auch um den Umgang mit Holz drehen, das in fast Zweidrittel der Ikea-Produkte enthalten ist. Auf seiner Homepage betont das schwedische Möbelhaus die Verantwortung, die es als einer der größten Nutzer von Holz weltweit hat.

Ikea hat sich einen Wald gekauft

Nun ist Ikea den nächsten Schritt in seiner grünen Strategie gegangen. Der Konzern will nicht mehr nur Nutzer sein, sondern das Holz auch selbst produzieren. Zu diesem Zweck hat sich Ikea jetzt einen Wald gekauft.

Laut einem Bericht des “Wallstreet Journal” befindet sich das über 300 Quadratkilometer große Waldstück in Rumänien. Bewirtschaften will Ikea die Fläche künftig selbst. Das hat den Vorteil, dass der Konzern die Bäume nachhaltig anpflanzen kann und genau verfolgen kann, wo das Holz herkommt, aus dem die Möbel gebaut werden.

Auf dem rumänischen Waldstück lässt sich nach Unternehmensangaben genügend Holz für die Ikea-Filiale in Bukarest gewinnen. Und das soll erst der Anfang sein. Wie die “Süddeutsche Zeitung” berichtet, hat Ikea angedeutet, in Zukunft mehr Holz aus eigenen Wäldern verarbeiten zu wollen.

Eigene Holzproduktion hat auch finanzielle Gründe

Dass Ikea diesen Schritt geht, hat noch andere Gründe. Bis 2020 will der Konzern auch den Umsatz verdoppeln. Das bedeutet: Es muss auch doppelt so viele Produkte verkaufen wie bisher. Und da der Holzpreis nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren stark steigen wird, will Ikea sich weitgehend unabhängig vom Markt machen.

Gleichzeitig will Ikea aber auch generell weniger Holz in der Produktion verbrauchen. Steve Howard, der Konzernverantwortliche für Nachhaltigkeit sagte dem “Wallstreet Journal”, Ikea wolle den Rohstoff zukünftig besser nutzen. Beispielsweise sollen Spanplatten in Schränken an den Stellen dünner sein, an denen sie weniger belastet werden. Außerdem soll nun auch das helle Holz der zweifarbigen Akazie genutzt werden und nicht mehr nur das dunkle wie bisher.


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