POLITIK
06/08/2015 07:14 CEST | Aktualisiert 06/08/2015 12:29 CEST

CSU-Stadtrat will Flüchtlinge in Münchener Schloss Nymphenburg unterbringen

Thinkstock

Wenn der Horst Seehofer lospoltert, dann so richtig. Die stark steigenden Flüchtlingszahlen sind für den bayrischen Ministerpräsidenten eine "Katastrophe mit Ansage". Unterkünfte sind überfüllt, Kasernen und Sporthallen müsse man notfalls "beschlagnahmen", um dort Flüchtlinge unterzubringen. Sonst drohe den Flüchtlingen im Winter der Kältetod.

Vor allem in Bayern fragen sich Landräte und Bürgermeister, wo sie die Flüchtlinge unterbringen können. Ein Münchener CSU-Stadtrat hat jetzt zur Abwechslung mal einen Vorschlag, bei denen nicht Flüchtlinge benachteiligt werden. "Die Unterbringung von Flüchtlingen ist derzeit in München außerordentlich problematisch", sagte Marian Offman der "Abendzeitung". Angesichts der Notlage rät er dazu, Flüchtlinge im herrschaftlichen Münchener Schloss Nymphenburg unterzubringen.

Für alle, die es nicht kennen: Das Schloss ist einer der Prunkbauten der Stadt. In einem Trakt des riesigen Königsschlosses lebt etwa Herzog Franz von Bayern, ein Nachfahre des Märchenprinzen Ludwig II, der wiederum ließ unter anderem das Schloss Neuschwanstein bauen.

Kommt Stadtrat Offman durch, bekäme Franz von Bayern bald Nachbarn aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Der Nordteil des Schlosses stehe seit Jahren leer, sagt Offman. Das könne man sich in der derzeitigen Situation nicht leisten. In seinem Antrag fordert er Münchens Bürgermeister auf, zu prüfen, ob die Räume für eine Flüchtlingsunterkunft geeignet wären.

Dabei soll das Schloss vor allem für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten genutzt werden. „Kurzfristig und temporär, für alleinstehende Frauen mit Kindern oder weibliche unbegleitete Minderjährige im Asylverfahren.“ In der Nähe gebe es eine Schule, deswegen würde sich der Ort besonders eignen.

Video: In diesem traurigen Video lesen Flüchtlinge vor, was die Deutschen über Flüchtlinge denken

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