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05/08/2015 07:39 CEST

Das kostet es, die Armut der Welt zu bekämpfen

Pacific Press via Getty Images
KARWI, CHITRAKOOT DHAM KARWI, UTTAR PRADESH, INDIA - 2015/08/02: The children cry whilst working at a factory. India is sadly the largest home of child laborers. Poverty and social security are the main cause of child labor where they work in the worse conditions. There have been cases of slavery, sexual assault and emotional abuse is rampant. Sometimes, parents are forced to employ their children to pay debt or social obligation . (Photo by Akshay Gupta/Pacific Press/LightRocket via Getty Imag

Es sind gigantische Ziele, denen sich die Vereinten Nationen (UN) verpflichtet hat. Bis 2030 will sie Armut und Hunger auf der Welt besiegen. Außerdem soll allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser, einer hygienischen Toilette und einer kostenlosen Grundschulausbildung garantiert werden.

Das sind nicht bloß Absichtserklärungen. Der mehr als zwei Jahre ausgehandelte Katalog soll im September auf einem Gipfel in New York von den Staats- und Regierungschefs aus aller Welt verabschiedet werden. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte etwa, dass es sich dabei nicht um "theoretische Vorgaben" handele, sondern um "nationale Verpflichtungen für jedes einzelne Land. Auch für uns".

Für die Umsetzung müssen die 193 Nationen gewaltige Summen aufbringen. Auf zwischen 3,5 und 5 Billionen Dollar jährlich werden die Kosten geschätzt. Das sagte der kenianische UN-Botschafter Macharia Kamau, der die Verhandlungen gemeinsam mit Irland geleitet hatte. Die Zahl sei astronomisch und das Programm ambitioniert, aber "gewiss nicht unmöglich umzusetzen."

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Wie gewaltig die Summen sind, zeigt der Vergleich mit dem Bruttoinlands-Produkt verschiedener Länder. So übersteigen die Kosten die deutsche Wirtschaftsleistung, die 2014 3,85 Billionen Dollar betrug. Was auch bedeutet: Mit dem Geld, das für Umsetzung der UN-Ziele nötig ist, könnte es sich Deutschland theoretisch leisten, ein Jahr lang absolut nichts zu produzieren und alle in Urlaub zu schicken. Für das Geld könnte man den Nasa-Rover Curiosity auch 5000 Mal auf den Mars schicken.

Im Jahr 2000 hatten Politiker aus aller Welt unter dem UN-Dach die Millenniumsziele verabschiedet. Innerhalb von 15 Jahren sollte die Zahl der Hungernden demnach halbiert, jedes Kind eine Grundschulbildung bekommen, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel gesenkt und Frauen und Mädchen gleichberechtigt werden. Auch der Kampf gegen Krankheiten und Klimawandel war Teil der acht Ziele, für die zum Teil das Jahr 1990 als Vergleichsbasis gewählt wurde.

Dabei ist die Menschheit auf einem guten Weg. Die Zahl der Menschen, die am Tag mit 1,25 Dollar auskommen müssen, hat sich den UN zufolge in den vergangenen 25 Jahren von 1,9 Milliarden auf 836 Millionen mehr als halbiert. Die Kindersterblichkeit fiel um etwas mehr als die Hälfte - angestrebt waren zwei Drittel - von 90 auf 43 Tote je 1000 Kinder unter fünf Jahren.

Sicher, die bis zu 5 Billionen Dollar, die die Umsetzung der UN-Ziele kosten könnten sind viel Geld. Aber die Gesamtwirtschaftsleistung aller Länder der Erde beträgt 77 Billionen Dollar. Nur ein Bruchteil davon ist also nötig, um die Erde wirklich zu einem besseren Ort zu machen. Die Investition würde sich lohnen.

mit Material von dpa

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