POLITIK
05/08/2015 12:01 CEST | Aktualisiert 06/08/2015 04:11 CEST

Terroristen drohen Merkel mit Rache - 7 Dinge, die ihr jetzt über das erste deutschsprachige IS-Video wissen müsst

Die Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) hat in einem neuen Propagandavideo Anschläge in Deutschland und Österreich angekündigt. Darin töten die Terroristen zwei gefesselte Geiseln. Vorher rufen sie Muslime zum Mord an „Ungläubigen" auf und drohen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das berichten verschiedene Medien wie die "Welt“ und der österreichische "Kurier". Laut Informationen der "Welt" ist das Video im syrischen Palmyra entstanden.

is geiseln

7 Dinge, die Sie ihr jetzt wissen müsst:

Es ist das erste ausschließlich deutschsprachige Video der IS-Terroristen. Was bedeutet das? Eine solch explizit auf Deutschland bezogene Drohung gab es bisher noch nie. Und auch keinen Aufruf an Deutsche und Österreicher, in ihren Heimatländern Anschläge zu verüben.

Um wen handelt es sich bei den Terroristen? Auf dem Video sind mehrere Dschihadisten zu sehen. Es stehen aber offenbar zwei IS-Kämpfer im Fokus der Aufnahme. Einer von ihnen ist ein mutmaßlicher Deutscher mit Namen Abu Omar al-Almani. Der andere der Österreicher Mohamed Mahmoud alias Usamah al-Gharib.

Abu Usamah al-Gharib lebte zwischen 2011 und 2012 in Deutschland, nachdem er in Wien vier Jahre Haft wegen der Unterstützung der Terrororganisation al-qaida abgesessen hatte. In Deutschland stand der unter anderem mit dem deutschen Islamisten Denis Cuspert in Kontakt.

Wofür wollen sich die IS-Kämpfer bei den Deutschen rächen? Abu Usamah al-Gharib sagt in dem Video: "Merkel, wir werden uns rächen für die Beschimpfung des Propheten. Wir werden uns rächen für das Blut, das ihr vergossen habt von den Muslimen in Afghanistan. Wir werden uns rächen für die Waffenlieferung an die Abtrünnigen hier im Islamischen Staat.” Will heißen: Die Deutschen sollen bestraft werden dafür, dass sie die Gegner des IS unterstützen.

In welcher Form wollen sie sich rächen? Die Dschihadisten rufen ihre “Geschwister” dazu auf, entweder den Dschihad in ihren Ländern, also Deutschland und Österreich, zu führen oder sich den IS-Kämpfern in Syrien und dem Irak anzuschließen.

Wer sind die Geiseln, die in dem Video erschossen werden? Das ist bisher nicht bekannt. Es ist lediglich zu sehen, wie sie am Ende des Videos mit Sturmgewehren getötet werden. Ihre Gesichter sind zwar zu erkennen, doch ihre Identität ist nicht ermittelt.

Ist damit die Terrorgefahr in Deutschland gestiegen? Die Behörden haben sich dazu bisher noch nicht geäußert. Die Angst vor islamistischem Terror dürfte aber nach dieser klaren Drohung nochmals steigen. Experten warnen schon seit dem Anschlag in Tunesien Ende Juni diesen Jahres davor, dass sich der IS nun auf Mitteleuropa zu konzentrieren scheint. "Deutschland ist erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt”, zitierte die “Bild”-Zeitung nach dem Attentat aus einem internen Bericht der Behörden zur Sicherheitslage in Deutschland.

Doch es bleibt zu bedenken: Einschüchterung und Panikmache gehörten von Anfang an zur Strategie der IS-Terroristen. Mir ihren brutalen Videos versuchen sie, Schrecken in den westlichen Ländern zu verbreiten. Das Video ist ein weiterer Baustein in dieser Strategie. Dennoch wird der Verfassungsschutz nun noch stärker alarmiert sein. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich Dschihadisten durch derartige Aufrufe in Videos zu Terrorakten motiviert werden können.


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