POLITIK
05/08/2015 12:15 CEST | Aktualisiert 06/08/2015 12:33 CEST

Gefälschte Flucht nach Europa auf Instagram: Das steckt hinter den Fotos, die alle hinters Licht führten

Instagram
Flucht bei Instagram: Das steckt hinter der Kampagne, die alle hinters Licht führte

Seit vergangenem Sonntag sorgten auf Instagram Bilder für Aufsehen, auf denen ein Senegalese seine vermeintliche Flucht über das Mittelmeer nach Europa dokumentierte. Auch die Huffington Post berichtete. Schon bald stellte sich jedoch heraus, dass die vom Instagram-Account „abdoudiouf1993“ hochgeladenen Bilder gestellte Aufnahmen einer Kreativagenturwaren. Doch was steckt hinter der Kampagne, die Instagram-User und Medien hinters Licht führte – und was lernen wir aus dieser?

Die Fotos waren im Rahmen der spanischen Foto-Ausstellung „Getxophoto“ entstanden. Sie sind Teil einer umfassenden Kampagne der Kreativagentur Volga, die zum Thema „Reise“ einen 46-sekündigen Film einreichte, aus dem auch die auf Instagram geposteten Bilder stammen. Im Video zu sehen ist nicht etwa der fiktive Flüchtling Abdou Diouf, sondern ein spanisch-senegalesischer Handballspieler und Schauspieler: Hagi Toure.

SPOT VIAJES / BIDAIAK / TRIPS 2015Nuevos viajeros que no han elegido desplazarse. Aquí está el spot de Volga para...

Posted by GETXOPHOTO on Mittwoch, 29. Juli 2015

Die Täuschung der Öffentlichkeit war dabei Teil des Konzepts. Laut einer Pressemitteilung der Produzenten wollten diese die Art und Weise verdeutlichen „wie wir Bilder von Vertreibung und Migration verarbeiten und in herkömmlichen und sozialen Medien teilen.“

Die Kampagne versteht sich dabei als Performance-Art. Sie soll kommentieren „wie die Verwendung und Bedeutung von Fotographie sich in den letzten Jahren radikal verändert hat.“ Thomas Peña, Kreativdirektor des Projektes erklärte: „Wir wollten, dass die Leute es glauben.“

Doch in den Bildern steckt nicht nur Medienkritik. So kommentierte Jona Sendra, vom Film-Festival „Getxophoto“: „Das Projekt denunziert die westliche Oberflächligkeit, die sich darin widerspiegelt, dass wir immer und überall Selfies aufnehmen müssen, weil es so wirkt, als würde man ein Ereignis nur erleben, wenn man es mit anderen teilt.“

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

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