POLITIK
04/08/2015 11:55 CEST | Aktualisiert 04/08/2015 16:58 CEST

Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, was passiert, wenn Drogen legalisiert werden

Diese Staaten zeigen, wieso wir Drogen legalisieren sollten
Jupiterimages via Getty Images
Diese Staaten zeigen, wieso wir Drogen legalisieren sollten

Überall auf der Welt stehen Regierungen auf dem Kriegsfuß mit einem schwer greifbaren Feind: den illegalen Drogen. Doch trotz aller Bemühungen floriert das Geschäft mit Rauschgift weiter. Wir sind weit davon entfernt, der Lage Herr zu werden. Doch müssen wir das überhaupt?

Der Krieg gegen die Drogen kostete in den vergangenen zwanzig Jahren weltweit mehrere Billionen US-Dollar.Allein die USA wendeten dieses Jahr bereits über 24 Milliarden Dollar auf, um Handel und Konsum zu unterbinden. Erfolgreich ist diese Strategie mitnichten. Im Gegenteil - ein Blick auf Länder, die eine offenere Drogenpolitik verfolgen, zeigt: Hier gehen Gewalt und Verbrechen zurück, der Staat verdient bares Geld – und teilweise sinkt sogar die Zahl der Drogenkonsumenten.

Weltweit greifen jährlich etwa 200 Millionen Menschen zu illegalen Drogen. Auch in Deutschland ist der Konsum von illegalen Substanzen keine Randerscheinung. In einer in diesem Jahr veröffentlichen Umfrage von „Zeit Online“ gaben 76 Prozent der Befragten hierzulande an, in ihrem Leben bereits mindestens einmal eine illegale Droge probiert zu haben. Trotzdem lässt auch der deutsche Staat sich den „War on Drugs“ Milliarden kosten – Steuergelder, über deren Verwendung sich streiten lässt.

Ein gutes Beispiel für einen offeneren Umgang mit Rauschmitteln ist Portugal. Hier sind Drogen, egal ob diese im Volksmund als „harte“ oder „weiche“ Drogen gelten, seit 2001 entkriminalisiert. Der Konsum und der Besitz kleinerer Mengen, die für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind, werden nicht mehr unter Strafe gestellt, sondern lediglich als Ordnungswidrigkeit gehandelt. Das Ergebnis nach nun vierzehn Jahren Beobachtung: weniger Drogenkriminalität und eine sinkende Anzahl Drogentoter.

Die USA haben die Liberalisierung von Cannabis in den vergangenen Monaten stark vorangetrieben. Bereits in 20 Staaten ist die Droge entkriminalisiert, in einigen ist ihr Besitz sogar legal. In der Konsequenz verbuchte Washington im ersten Jahr der Öffnung des Gesetzes 70 Millionen US-Dollar Steuereinnahmen. Zudem schafft die Cannabis-Industrie zahlreiche Jobs. So werden jährlich mehrere Millionen Dollar umgesetzt.

Sehr viel früher hat die Schweiz reagiert. Hier ging es im Jahre 1990 jedoch um Heroin. Weil das Land mit einer der höchsten Raten an HIV-Infektionen in Europa zu kämpfen hatte, wurden gemeindebasierte Behandlungs-Programme initiiert, on denen Heroin verschreibungspflichtig herausgegeben wurde. Nicht nur sank die Zahl der HIV-Neuinfektionen um 87 Prozent, auch der Heroinkonsum nahm nicht etwa zu – sondern ab.

Man sollte also darüber nachdenken, ob der teure und bisher erfolglose Krieg gegen die Drogen das richtige Mittel ist. Denn die Verlierer des Drogen-Krieges sind nicht nur die Staaten, die ihn führen, sondern auch die Steuerzahler, die ihn finanzieren.


Lesen Sie auch:

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffingtonPost.de: Wissenswertes über Cannabis


Hier geht es zurück zur Startseite