POLITIK
04/08/2015 23:52 CEST | Aktualisiert 04/08/2015 23:52 CEST

Putin greift nach dem Nordpol

2007 platzierte Russland eine Flagge auf dem arktischen Meeresboden
AP/ RUSSIAN POLAR EXPLORERS
2007 platzierte Russland eine Flagge auf dem arktischen Meeresboden

Putin erhebt Anspruch auf den Nordpol. Russland hat bei den Vereinten Nationen mit neuen Argumenten Anspruch auf ein riesiges Gebiet in der Arktis mit vermuteten Öl- und Gasvorkommen erhoben.

Russland hatte bereits 2002 seinen Anspruch geltend gemacht. Der wurde aber von den UN mangels Belegen zurückgewiesen. Nun habe man neue Argumente vorgelegt, sagte das Außenministerium. "Umfangreiche wissenschaftliche Daten, die in jahrelanger Arktisforschung zusammengetragen wurden, dienen zur Stützung russischer Ansprüche", hieß es.

Der Antrag bezieht sich auf rund 1,2 Millionen Quadratkilometer des arktischen Schelfs, wie das Außenministerium am Dienstag in Moskau mitteilte. Moskau erwartet, dass die zuständige UN-Kommission zur Grenzziehung am Festlandssockel den Antrag im Herbst prüft. Um die Nutzung der Arktis bemühen sich auch die USA, Kanada und Norwegen, zumal der Rückgang der Eismassen im Zuge des Klimawandels den Zugang erleichtert.

Es geht um Öl. In der Arktis wird ein Viertel der noch nicht entdeckten Öl- und Gasvorkommen des Planeten vermutet. Die Organisation Greenpeace warf den Ländern vor, dort "das nächste Saudi-Arabien schaffen zu wollen. Stattdessen sollten sie gemeinsam daran arbeiten, rund um den Nordpol ein Schutzgebiet zu schaffen, hieß es.

Moskau hatte 2007 eine Flagge auf dem arktischen Meeresboden platziert. Nach den Spannungen mit dem Westen über die Ukraine verstärkte Moskau seine Streitmacht in der Arktis. In diesem Jahr hielt das russische Militär ein Manöver mit 38.000 Soldaten, mehr als 50 Schiffen und 110 Flugzeugen in der Region ab.

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