WIRTSCHAFT
04/08/2015 07:10 CEST | Aktualisiert 04/08/2015 08:49 CEST

Ein Restaurant verbot allen Kindern unter sieben Jahren den Zutritt. Was dann geschah, ist traurig

Ein Restaurant verbot allen Kindern unter sieben Jahren den Zutritt. Was dann geschah, ist traurig
Facebook/Flynns Restaurant
Ein Restaurant verbot allen Kindern unter sieben Jahren den Zutritt. Was dann geschah, ist traurig

Kinder können ganz süß sein. Wenn sie nicht quengeln. Wenn sie nicht schreien. Wenn sie am besten überhaupt keinen Lärm machen. Keinen Mucks.

"Ich will doch einfach nur meine Ruh'" ist dann die beliebte Verteidigung der Kinderhasser. "Ich zahle hier so viel Miete, da will ich bitte keine Geräusche vom Kindergarten in der Nachbarschaft. Oder noch schlimmer: ein Spielplatz. Schlimm so etwas."

Sie ticken auch so?

Wie wäre es mit einem Flug nach Queensland in Australien? Liam Flynn ist dort Inhaber eines mehrfach ausgezeichneten französisch-italienischen Restaurants. Und hat dort eine neue kurze Regel eingeführt, die weltweit für Schlagzeilen sorgt: Kinder unter sieben Jahren sind in seinem Restaurant ab sofort verboten.

"Das Geschäft boomt"

Die Kritik („ekelhaft“, „diskriminierend“) an der Keine-Kinder-Regel perlt an ihm ab – denn die Unterstützung für seine Entscheidung sei beeindruckend gewesen. Er glaubt sogar daran, „dass andere Restaurants das möglicherweise auch übernehmen“. Denn: "Das Geschäft boomt“, sagte Flynn der australischen Seite „news.com.au“.

Flynn sprach in anderen Interviews sogar vom besten Wochenend-Ergebnis seit 14 Jahren. Seine Interpretation: Das liegt am Baby-Verbot.

Die Entscheidung von Flynn – der laut „Daily Mail“ selbst Vater ist - hat eine Vorgeschichte: Im Juli ließen Eltern ihr zweijähriges Kind angeblich 10 Minuten lang in seinem Restaurant schreien – „völlig inakzeptabel“ sei das gewesen.

„Das Feedback unserer Gäste über schreiende Babys ist ausnahmslos negativ."

Er bat die Eltern nach eigenen Angaben, ob es sie stören würde, ihr Kind zu beruhigen. Beim zweiten Mal sagte er ihnen, dass sie mit ihrem Baby das Restaurant verlassen sollen.

Die Eltern und der Restaurant-Chef machten eine Szene. Die Mutter soll zu Flynn „Verpiss dich“ gesagt haben. Die Mutter beschrieb auf der Plattform "Tripadvisor" ihre Sicht der Dinge: "Unser Kleiner hat sich nicht schlecht benommen oder Unheil angerichtet“, schreibt sie.

flynns restaurant

Das Restaurant postete auf seiner Facebook-Seite:

„Das Feedback unserer Gäste über schreiende Babys ist ausnahmslos negativ und in dem Interesse unserer Kunden haben wir uns entschieden, diese Policy einzuführen und sie wird weiter gelten.

Wenn jemand Geld für ein angenehmes Essen während eines Hochzeitstages oder während der Flitterwochen zahlt, tun Sie sich und anderen den Gefallen, und holen Sie sich einen Babysitter oder lassen Sie das schreiende Baby draußen.

Es ist komplett respektlos gegenüber anderen Gästen, egal ob zwei oder zwanzig Gäste im Restaurant sind. Das sind grundlegende soziale Fähigkeiten und wir haben nicht das Gefühl, dass wir Eltern beibringen sollten, wie sie ihre Kinder behandeln müssen.“

Ein Indiz, dass das Geschäft wirklich besser läuft als vorher, sind die zahlreichen positiven Kommentare - unter anderem bei "Tripadvisor":

screenshot

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Man muss aber nicht erst nach Australien schauen, um ähnliche Fälle zu erleben. In Düsseldorf hat jetzt ein Wirt Kinder im Strand-Bereich seines Biergartens verboten. "Wir hatten immer Probleme mit Eltern, die ihre Kinder nicht im Griff haben", sagte er dem "WDR". Der Kinderschutzbund in Nordrhein-Westfalen wertet das zum Glück als Einzelfall.

Kurios ist auch ein Fall aus dem Jahr 2007. Damals entschied ein bayerischer Wirt, dass sogar alle Kinder unter zwölf Jahren nicht mehr in sein Restaurant in Kraiburg dürfen.

Was halten Sie von Kinder-Verboten in Restaurants? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar.


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