WIRTSCHAFT
05/08/2015 00:11 CEST | Aktualisiert 05/08/2015 06:07 CEST

Griechenland hat seine Parallelwährung schon gefunden

Ein Bitcoin-Geldautomat
AP
Ein Bitcoin-Geldautomat

Die Geldsituation in Griechenland belastet viele Menschen vor Ort. Überweisungen sind gedeckelt, Paypal ist dicht und Bargeld nur eingeschränkt zu bekommen. Da die Drachme keine Lösung ist, haben die Griechen eine Parallelwährung für sich entdeckt.

Um welche Währung geht es?Wie "Focus Online" berichtet, wenden sich viele Griechen Bitcoins zu. Zwar gilt das Zahlungsmittel auch als Hacker-Geld, jedoch akzeptieren einige Läden es als Zahlungsmittel. Auch gibt es Geldautomaten, an denen man das Tageslimit mithilfe des Cyber-Golds umgehen kann.

Was hat Unternehmer dazu veranlasst, Bitcoins einzuführen? „Ich mag Technologie und ich mag innovative Dinge“, sagt Nikos Agelos Hautas gegenüber "Focus Online". „Bitcoins fand ich von Anfang an spannend, weil ich digitale Bezahlmethoden generell gut finde. Deswegen habe ich sie in meinem Restaurant eingeführt – als Test.“ Er betreibt mit seiner Familie eine Taverne in Athen.

Was sind die Vorteile? Bitcoins funktionieren auch während Kapitalverkehrskontrollen. Der amerikanische Zahlungsdienstleister PayPal hat seinen Service hingegen schon vor Wochen in Griechenland abgestellt. „Ich glaube, Bitcoins sind die Zukunft, denn sie werden nicht von Regierungen oder Banken kontrolliert“, sagt Hautas. Allerdings haben Bitcoins deswegen auch enorme Risiken: Der Kurs ist enormen Schwankungen ausgesetzt, weil es keine Zentralbank gibt, die bei einem Kursverfall gegensteuern kann. Zudem spekulieren Investoren mit Bitcoins.

Hinzu kommt, dass viele Griechen die Parallelwährung nicht kennen. Im Zentrum Athens sucht man Bitcoin-Geldautomaten jedoch vergeblich. Nur am Stadtrand sind wenige Automaten zu finden. Für die Einzahlung gilt ein Limit von 100 Euro. Klarer Vorteil der Bitcoins ist jedoch, dass Geld nicht nur außer Landes geschafft werden kann, sondern auch herein.


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