LIFESTYLE
04/08/2015 09:27 CEST

Cecil war kein Einzelfall. Das ist das wahre Gesicht der Trophäen-Jagd

Menschen weltweit hat der Fall entsetzt. Ein amerikanischer Zahnarzt hatte während einer womöglich illegalen Großwildjagd Cecil erschossen, den berühmtesten Löwen Afrikas. Das Tier war in einen Hinterhalt gelockt und dort getötet, enthauptet und gehäutet worden.

Palmer ist kein Einzelfall. Keine traurige Verirrung. Das zeigt ein Porträt, das vor einiger Zeit in "National Geographic" veröffentlicht wurde. Dort wird Kerry Krottinger vorgestellt, ein texanischer Geschäftsmann und Großwildjäger. Das Porträt wird bebildert mit einem Foto, das Krottinger mit seiner Ehefrau zeigt. Er sitzt in seinem "Afrika-Zimmer". Um die beiden herum die ausgestopften Körper von Löwen, Nashörnern, Giraffen ...

Meet Kerry Krottinger. Texas oil man and owner of Maple Leaf Petroleum, Primrose Operating Company, Pecos Exploration...

Posted by Lion Aid on Thursday, 23 July 2015

Die britische Tierschutzorganisation "LionAID" hat das Bild nun auf ihrer Facebook-Seite geteilt. Und zugleich eine weitere erschreckende Art des Tötens näher bekannt gemacht: "conservation hunting".

Absurdes "conservation hunting"

Denn Krottinger nimmt für sich in Anspruch, Afrika zu lieben. "Conservation hunting" soll dem Land angeblich etwas zurückgeben: Tiere können gegen eine hohe Gebühr erschossen werden, das Geld soll zu Naturschutzmaßnahmen eingesetzt werden.

Der Direktor von "LioNAID", Pieter Kat, hält von dieser angeblichen Schutzmaßnahme nichts: "Conservation hunting ist ein großer Mythos. Wenn es funktionieren würde, hätte man Cecil gar nicht aus dem Nationalpark locken können. Denn dann gäbe es ja im Rahmen der Trophäenjagd eine ausreichend große männliche Löwen-Population", sagte er dem Magazin "Mic".

Ingrid Newkirk, die Präsidenten der Tierschutzorganisation Peta, äußerte sich noch direkter: "Tiere zu töten, um Tiere zu schützen - die Idee ist ungefähr so gut, als ließe man einen Fünfjährigen eine Museum über Kinderarbeit bauen."

Auch in den sozialen Netzwerken fanden sich viele empörte Kommentare:

So sehr lieben also Trophäenjäger Tiere!

Wenn ihr dachtet, Walter Palmer sei schlimm. Guckt euch Kerry Krottinger an.

Für ein Statement war Krottinger laut "Mic" nicht zu erreichen.


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