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03/08/2015 13:11 CEST | Aktualisiert 07/08/2015 10:44 CEST

"Todesstrafe für Homosexuelle": Schweizer Bischof vergreift sich böse im Ton

Der Churer Bischof sorgt für negative Schlagzeilen
Screenshot Bistum Chur
Der Churer Bischof sorgt für negative Schlagzeilen

Vitus Huonder ist Bischof der schweizer Stadt Chur. Der 73-Jährige gilt als erzkonservativ und fiel in der Vergangenheit immer wieder durch umstrittene Kommentare gegenüber Frauen und Homosexuellen auf.

Keine Gleichheit von Mann und Frau

So hetzte der umstrittene Geistliche vor zwei Jahren in einer Predigt zum Tag der Menschenrechte gegen den "staatlich vorgegebenen Genderismus". Er argumentierte, dass die "Gleichwertigkeit der sexueller Neigungen den Grundlagen der Wissenschaft nicht standhalten würde. Außerdem lehne er "ein Streben der Frau nach Gleichheit mit dem Mann" kategorisch ab.

Nun hat sich Huonder erneut drastisch im Ton vergriffen: Wie das Schweizer Nachrichtenportal "Watson" berichtet, hielt sich der Bischof am vergangenen Freitag in Fulda auf, wo er auf einer Veranstaltung des Forums Deutscher Katholiken eine Rede hielt.

In seinem rund 50-minütigen Vortrag- den Sie hier in voller Länger anschauen können - erläuterte Huonder einige Verse aus der Bibel und holte mit diesen zu einem Rundumschlag gegen Gendertheorien, Scheidung und Homoehe aus.

Homosexualität ist eine Todsünde

Doch was der Bischof zum Thema Homosexualität zu sagen hatte, ist einfach nur menschenverachtend. Unter dem Applaus der Zuhörer machte Huonder seine Ablehnung gegenüber Homosexuellen anhand zwei Stellen aus dem Buch "Levitikus" aus dem Alten Testament fest:

"Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen. Die beiden Stellen allein würden genügen, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben".

Heißt im Klartext: Die Katholische Kirche solle sich doch wieder auf ihre Traditionen besinnen, und die gleichgeschlechtliche Liebe als ein Verbrechen verteufeln, welches mit dem Tod bestraft wird.

Die Reaktionen auf Huonders wirre Thesen ließ nicht lange auf sich warten: Pink Cross, der schweizer Dachverband der Schwulen, zeigte sich empört und verlangte eine öffentliche Entschuldigung.

"So war das nicht gemeint"

Mittlerweile hat sich auch Vitus Huonder zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme erklärte er, in keiner Weise Homosexuelle herabsetzten zu wollen. "So war das nicht gemeint", sagte er.


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