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03/08/2015 15:35 CEST | Aktualisiert 06/08/2015 11:56 CEST

Ich hatte 80 Orgasmen in 10 Ländern - das habe ich gelernt

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"Achtung, ich komme" - In 80 Orgasmen um die Welt

Rein raus. Rein raus. Und mit etwas Glück, kommt sie dann. Doch wenn nicht, dann hat sie ein Problem. Dann nämlich ist der Mann beleidigt und puh, so einen Stress will man sich ja nackt und prinzipiell erregt auch nicht antun.

Und so beschloss Henriette Hell, den deutschen Männern "adieu" zu sagen. Sie räumte ihr Konto leer und begab sich auf eine Weltreise. Das Ziel: In jedem Land mit einem Einheimischen schlafen. Und dabei herausfinden, ob es in anderen Ländern und Kulturkreisen nicht womöglich entspannter, lustvoller und orgasmischer zugeht.

"In 80 Orgasmen um die Welt"

Dabei kam es ihr noch nicht einmal darauf an, möglichst oft zu kommen. Denn der Orgasmus wird überbewertet, findet sie. "Denn es ist völlig egal, wie oft man kommt. Ein Orgasmus kommt, wann er will. Egal, ob einmal am Tag oder einmal im Monat. Und wer seine Frau unter Druck setzt, erreicht nur das Gegenteil", schreibt sie dazu in ihrem Buch "Achtung, ich komme - In 80 Orgasmen um die Welt."

Sie hat vielleicht das spannendste Forschungsprojekt durchgeführt, alleine ist Hell mit ihrer Kritik an der Orgasmus-Obsession allerdings nicht. Auch die Sextherapeutin Goedele Liekens plädiert für ein "weniger ist mehr" im Bett.

Frauen täuschen Orgasmen häufig vor

Männer dächten oft, ihre Qualität als Liebhaber über den weiblichen Klimax bestätigen zu müssen. Das erhöhe den Druck und mache im Umkehrschluss den Sex weniger entspannt und somit weniger lustvoll. Manche Männer würden dadurch sogar reaktive Sexualstörungen entwickeln. Vor lauter Sorge, die Partnerin nicht zum Orgasmus zu bringen, erklärt Elia Bragagna, Leiterin der Akademie für sexuelle Gesundheit (AfSG) in Wien. Das Ergebnis: Mehr als 90 Prozent aller Frauen täuschen regelmäßig einen Orgasmus vor.

Das war dann auch Hell mit ihrem Projekt ein wichtiges Anliegen: "Ich habe von so vielen Freundinnen die Reaktion erfahren, dass sie total erleichtert waren, dass das endlich mal jemand sagt. Dass es uns wirklich auch ohne Orgasmus Spaß macht. Aber auch, dass sie nicht damit alleine sind, dass sie eben nicht immer kommen."

Und das hat sie eben auch auf ihrer Reise erlebt. In einigen Ländern sei das Konzept des weiblichen Orgasmus gar nicht so bekannt. Das mache den Sex dann entspannter: "Weil man einfach mal macht und Spaß hat und schaut, wo es hinführt."

Also. Meine Damen, meine Herren: Den Rat kann man sich doch mal zu Herzen nehmen. Viel Spaß dabei.


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