POLITIK
03/08/2015 14:12 CEST

7 Fakten über Flüchtlinge, die jeder kennen sollte

dpa

In der Flüchtlingsdebatte wird deutschland- und europaweit gerne mit Zahlen und Superlativen jongliert. Belegt sind davon die wenigsten. Es ist also Zeit, Klarheit zu schaffen – Zahlen, bitte!

Wie viele Menschen suchen Asyl?

Laut dem EU-Statistikamt Eurostat wurde im vergangenen Jahr ein Drittel der über 625.000 europäischen Asylanträge in Deutschland gestellt. Schweden erhielt gut 80.000 Anträge und liegt damit auf Platz zwei. Mit etwas Abstand folgen Italien und Frankreich.

Warum ist die Zahl der Asylsuchenden höher als jemals zuvor?

Ist sie nicht. Im Jahr 1992 wurden in Deutschland mehr als doppelt so viele Asylanträge gestellt als im Jahr 2014, wie Zahlen des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zeigen. Auch EU-weit gab es 1992 mehr Asylanträge. Und damals hatte die EU nur 15 statt 28 Mitgliedsstaaten – also eine weitaus geringere Aufnahmekapazität. Es stimmt allerdings, dass in den Jahren zuvor weniger Menschen Asyl suchten.

Wie hoch ist die Erfolgsquote bei Asylanträgen?

Fast 60 Prozent aller Anträge lehnten deutsche Gerichte in erster Instanz ab, endgültig sogar über 80 Prozent. Damit liegt es nach Angaben von Eurostat im EU-weiten Trend. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verweist bei den Ablehnungen darauf, dass in manchen Fällen beispielsweise ein anderer EU-Mitgliedsstaat zuständig war.

Warum schickt man Flüchtlinge nicht wieder zurück, wenn sie kein Asyl suchen?

Weil man meistens nicht einmal weiß, wo sie herkommen. Viele haben keine Papiere: Entweder haben sie die Dokumente selbst vernichtet oder an Schleuser gegeben, die dann verschwunden sind.

Aus welchen Ländern kommen die Asylbewerber?

Rund 40 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland stammten 2014 aus Syrien. Auf Platz zwei der Herkunftsländer lag Serbien, gefolgt von Eritrea, Afghanistan und dem Irak. Auch EU-weit kamen die meisten Flüchtlinge aus Syrien. Am stärksten im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Menschen an, die aus der Ukraine in die EU flüchteten.

Warum kümmern sich Syriens Nachbarstaaten nicht um die Flüchtlinge?

Das tun sie schon. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als zwei Millionen Flüchtlinge im Libanon und Irak sowie in Jordanien und Ägypten registriert. Dazu kommen 1,7 Millionen in der Türkei.

Wenn Flüchtlinge tatsächlich Asyl suchen, warum beantragen sie es dann nicht im jeweiligen Erstaufnahmeland?

Ein Großteil macht genau das. In den beiden Haupteintrittsländern hat sich die Zahl der Anträge im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Diese Länder sind Italien, wo die meisten Flüchtlinge vom Mittelmeer ankommen, und Ungarn, wohin die Menschen über die Türkei gelangen.


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