POLITIK
02/08/2015 11:57 CEST | Aktualisiert 02/08/2015 12:20 CEST

Varoufakis: "Spanien könnte das nächste Griechenland werden"

dpa
Varoufakis warnt, dass Spanien das nächste Griechenland sein könnte

Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis nicht zu Wort meldet. Dabei verteidigt er entweder seine Pläne, eine neue Währung in Griechenland einzuführen oder lässt sich über seine Familiengeschichte aus. Jetzt hat sich Varoufakis in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung "El Pais" einem Sorgenkind in der EU, nämlich Spanien, gewidmet.

Spanien ist das nächste Griechenland. Unter anderem sagte er der Zeitung, dass "die Gefahr so wie Griechenland zu werden, immer da ist." Vor allem wenn Spanien die gleichen "Fehler" mache wie Griechenland. Damit meinte Varoufakis vor allem die Umsetzung von Sparauflagen und Strukturreformen, die die Geldgeber für neue Hilfszahlungen von Griechenland fordern.

Varoufakis wehrte sich in dem Interview auch gegen die Angriffe konservativer spanischer Politiker gegen Griechenland. Derzeit lässt der spanische Premier Mariano Rajoy keine Gelegenheit verstreichen, um seine Landsleute vor griechischen Verhältnissen zu warnen. Die träten ein, warnt Rajoy, wenn die spanische Linkspartei Podemos (die sich die griechische Syriza zum Vorbild nimmt) bei den nächsten Wahlen erfolgreich wäre.

Varoufakis sagte in dem Interview: "Griechenland ist zum Spielball rechter Politiker geworden, um ihren Bürgern Schrecken einzujagen." Weiter sagte er, dass das geplante dritte Hilfsprogramm für Griechenland "zum Scheitern verurteilt" sei. "Die Krise wird mit immer neuen untragbaren Krediten verlängert, und man tut so, als würde dadurch das Problem gelöst."

Auch über die vermeintlichen Pläne des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble sprach Varoufakis. Nach seinen Worten will Schäuble die Euro-Zone von Grund auf umformen. Das Ziel dieses Planes sei es, dass die Troika (von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Weltwährungsfonds) überall präsent sei, in Madrid, in Rom und vor allem in Paris. "Paris ist der Hauptpreis, das Endziel der Troika", sagte Varoufakis.

Mit Material der dpa


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