POLITIK
02/08/2015 15:48 CEST | Aktualisiert 02/08/2015 15:50 CEST

"Liebe Vollidioten und Asoziale!": So beschimpft ein Bürgermeister seine Bürger - und hat völlig recht

Ein Bürgermeister, der seine eigenen Bürger beleidigt? Gibt es eigentlich nicht, denn dann würde er nicht wiedergewählt. Michael Wörle beschimpft sie trotzdem - allerdings nur eine kleine Minderheit. Und aus gutem Grund. Denn dem Bürgermeister der Kleinstadt Gersthofen geht etwas gehörig auf den Senkel: Nämlich die Zerstörungswut einigerBewohner der Stadt.

Eine der Einwohner scheinen sich einen Sport daraus zu machen, die Figuren einer Kunstausstellung zu zerstören. Die Ausstellung nennt sich "Alltagsmenschen" und zeigt Skulpturen der Künstlerin Christel Lechner.

Mitte Juli waren erste Figuren geköpft worden, wie die Zeitung "Augsburger Allgemeine" berichtet. Sie zitiert den Kulturamtsleiters Helmut Gieber mit den Worten: "Es ist ein richtig feiger Anschlag." Vor einigen Tagen wurden die Figuren von Unbekannten zum dritten Mal umgeworfen und zerstört.

Diese Nacht wurde in Gersthofen wieder eine Figur der Alltagsmenschen zerstört. Diesmal eine der Frauen vor dem City...

Posted by Augsburger Allgemeine on Sunday, July 19, 2015

Der Vandalismus wurde auch dem Bürgermeister zuviel. Auf Facebook schreibt er:

"Liebe Vollidioten und Asoziale!

Wenn Ihr glaubt, dass die erneute Zerstörung einer unserer Figuren der Ausstellung "Alltagsmenschen" cool sei, muss ich euch enttäuschen. Diese Aktionen sind sinnlos, niveaulos und einfach nur primitiv. Zumal könnt Ihr Euch der Tat nicht brüsten. Denn bei einer Belohnung von 1.000 € könnt ihr es nicht mal den Kumpels erzählen. Ihr "Vollpfosten"."

Hier der Original-Post von Wörle:

Liebe Vollidioten und Asoziale!Wenn Ihr glaubt, dass die erneute Zerstörung einer unserer Figuren der Ausstellung "...

Posted by Michael Wörle on Saturday, July 25, 2015

Die Stadt hat jetzt sogar die Belohnung auf 2000 Euro verdoppelt, sollte jemand Hinweise zur Ergreifung der Täter geben. Laut einer Umfrage "Augsburger Allgemeinen" begrüßen fast 90 Prozent der Gersthofener die deutliche Wortwahl ihres Bürgermeisters.

Auch auf Facebook bekommt Wörle viel Lob für seine klaren Worte. Ein User schreibt:

"WOW, was für eine klare Ansage."

Ein anderer:

"Die sowas tun, verstehen nur diese Sprache."

Ob sie das wirklich tun, wird sich zeigen.


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