POLITIK
02/08/2015 16:35 CEST | Aktualisiert 02/08/2015 16:54 CEST

Barack Obama: "Es ist der größte und wichtigste im Kampf gegen den Klimawandel"

Getty

Klimaschützer haben es lange gefordert, jetzt lenkt Barack Obama ein: Der US-Präsident will die Ziele zur Bekämpfung des Klimawandels verschärfen. Nach den neuen Vorgaben müssten Kraftwerke in den USA ihren Schadstoff-Ausstoß bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern, berichtete die "New York Times" am Sonntag. Konkret bedeutet das: Sollten die Vorsätze umgesetzt werden, müssten Hunderte Kohlekraftwerke schließen, schreibt die Zeitung.

Das Weiße Haus kündigte die Maßnahmen in einem Tweet an:

Obama selbst sprach vom "größten, wichtigsten Schritt zur Bekämpfung des Klimawandels, den wir jemals getan haben". Der Klimawandel sei nicht mehr zu leugnen, der Kampf gegen die Treibhausgase könne nicht auf die nächste Generation verschoben werden, meinte er in einem auf Facebook veröffentlichten Video.

Die Initiative soll zugleich eine mutige Vorgabe für den Klima-Gipfel in Paris Ende des Jahres sein. Dann müssen die Staaten der Welt nach jahrelangem Zögern entschlossene Schritte gegen die Erderwärmung beschließen. Obama sieht die USA in einer zentralen Rolle, den Klimaschutz voranzutreiben. Käme mithilfe der USA in Paris ein engagiertes Abkommen zustande, wäre das tatsächlich historisch - und Obama würde als der Präsident in die Geschichtsbücher eingehen, der die USA von einem Klimakiller zum Saubermann gemacht hat.

Noch gelangen von Jahr zu Jahr mehr Treibhausgase in die Atmosphäre. Sie beschleunigen die Erderwärmung. Überschreitet diese zwei Grad Celsius könnte das verheerende Folgen haben, fürchten Wissenschaftler. Die Meeresspiegel würden gefährlich steigen, Hitzeperioden schlimmer werden, Dürren zunehmen.

Bei den Vorgaben handelt es sich um eine deutliche Verschärfung entsprechender Bestimmungen aus dem Jahr 2014. Energieunternehmen würden aufgerufen, stärker auf Wind-und Sonnenenergie umzustellen oder von Kohle auf Erdgas umzusteigen.

Im Kampf gegen den Klimawandel sind das gute Nachrichten. Allerdings dürfte auch der Widerstand von Republikanern und einer ganzen Reihe von US-Bundesstaaten erheblich zunehmen. Staatsanwälte von etwa einem Dutzend Staaten planen angeblich bereits juristische Schritte. Höchstwahrscheinlich dürfte der Streit bis zum Supreme Court, dem höchsten US-Gericht, eskalieren.

Obama hatte sich bereits im Wahlkampf 2008 als Klima-Vorreiter präsentiert, dann aber rasch aufgegeben. Als große innenpolitische Errungenschaft hat er bisher vor allem die Gesundheitsreform vorzuweisen - neben dem Atom-Abkommen mit dem Iran soll der Klimaschutz zum weiteren Markenzeichen seiner Präsidentschaft werden, die im Januar 2017 endet.


Lesen Sie auch:

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Auch auf Huffpost:

Psycho-Trick: Warum das Essen bei Ikea so günstig ist

Hier geht es zurück zur Startseite