POLITIK
28/07/2015 10:02 CEST

"Dresden Nazifrei": Menschen gehen für Flüchtlinge auf die Straße

Asylbefürworter ziehen am 27.07.2015 in Dresden (Sachsen) mit einem Banner "Open your mind - stop racism" durch die Innenstadt von Dresden. Die Veranstaltung führt den Demonstrationszug zu einem Flüchtlingslager in Dresden-Friedrichstadt mit rund 800 Bewohnern.
dpa
Asylbefürworter ziehen am 27.07.2015 in Dresden (Sachsen) mit einem Banner "Open your mind - stop racism" durch die Innenstadt von Dresden. Die Veranstaltung führt den Demonstrationszug zu einem Flüchtlingslager in Dresden-Friedrichstadt mit rund 800 Bewohnern.

Demonstrationen gegen Flüchtlinge stehen derzeit leider an der Tagesordnung. Umso wichtiger ist es, dass Menschen auch für Flüchtlinge auf die Straße gehen.

Genau das ist in Dresden passiert. Rund 2.500 Menschen zeigten Asylbewerbern mit einer Spontandemonstration gegen Rassismus ihre Solidarität, wie die Zeitung "Neues Deutschland" berichtet.

Das antifaschistische Bündnis „Dresden Nazifrei“ hatte am Montagabend unter dem Motto „Open your Mind – stop Racism!“ zu einer Demo für mehr Toleranz aufgerufen:

"Wir rufen euch alle auf, euch an der Demo zu beteiligen und Gesicht zu zeigen, gegen den braunen Ungeist, der auch in Dresden die Köpfe zu vieler Menschen zu lange beherrscht und noch das letzte bisschen Mitmenschlichkeit abgetötet hat!"

Auch auf seiner Internetseite wirbt das Bündnis mit dem Slogan „Dresden stellt sich quer – Wiedersetzen, Nazis blockieren“.

Auf Facebook bedankt sich Organisation später für die große Anteilnahme der Dresdner:

Wir möchten uns noch einmal herzlich bei allen Teilnehmenden unserer heutigen Demo bedanken. Es ist toll, dass wir mit...

Posted by Dresden Nazifrei on Monday, July 27, 2015

Geplant war eine Route zur eigens für die Flüchtlinge errichteten Zeltstadt an der Bremer Straße, in der es in den vergangenen Tagen vermehrt zu Angriffen von Neonazis kam. Offenbar waren durch eine gleichzeitig stattfindende Pegida-Versammlung weitere Angriffe auf Asylsuchende befürchtet worden.

Aktuell sind rund 780 Menschen in der provisorischen Zeltstadt in Dresden untergebracht. Behörden befürchten jedoch, dass aufgrund von Platzmangel immer mehr Flüchtlinge in solchen Notunterkünften untergebracht werden. Für jetzt stellen diese Als Zwischenlösung sind diese zwar willkommen, im Winter aber brauche man feste Wohnunterkünfte mit Mindeststandards, erklärt DRK-Präsident Rudolf Seiters der "Neue Osnabrücker Zeitung".

Die wiederholten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte seien „beschämend für unser Land“, gleichzeitig erleben Helfer des Roten Kreuzes jedoch eine „große Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung“, so Seiters.


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