POLITIK
13/07/2015 08:41 CEST | Aktualisiert 13/07/2015 10:06 CEST

Ein Iraker bekommt Sozialhilfe - was er damit anstellt, sagt alles über Sozialschmarotzer

Sam Eisho, ein Flüchtling aus dem Irak, der sich in Australien ein neues Leben aufbaute
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Sam Eisho, ein Flüchtling aus dem Irak, der sich in Australien ein neues Leben aufbaute

Über Empfänger von Sozialleistungen gibt es viele Vorurteile. Schmarotzer seien das, sagen viele. Die kämen ja nur hierher, um Geld abzuzocken, heißt es.

Doch dieses Beispiel hier ist eine unglaubliche Geschichte der Großzügigkeit und Dankbarkeit: Als Salman Eisho und seine Frau 1999 vor dem Terror in ihrem Heimatland fliehen müssen, suchen sie Zuflucht im australischen Maroubra. Mithilfe des Staats konnte sich der heute 47-jährige gebürtige Iraker mit seiner Frau dort ein neues Leben aufbauen.

16 Jahre später führt Eisho ein erfolgreiches Bauunternehmen, was er nach eigenen Angaben ohne staatliche Unterstützung nicht geschafft hätte. Von 1999 bis 2001 erhielt er umgerechnet rund 12.000 Euro Starthilfe. „Ich sagte zu mir: Es ist an der Zeit, es dem Land zurückzugeben“, sagte er laut "Business Insider".

Also bietet er dem Sozialamt in Maroubra an, das Geld zurückzuzahlen. In einem Brief begründet Eisho sein Vorhaben:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Salman Eisho und ich bin gebürtiger Assyrer. Ich kam im jahr 1999 nach Australien und habe mich in dieses Land verliebt.

Ich kam als mittelloser Mann nach Australien und wurde deshalb von Centrelink für einige Monate finanziell unterstützt. Dank der großartigen Möglichkeiten in diesem Land, war ich schließlich in der Lage, Arbeit zu finden und dann, nach einiger Zeit, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Meine Dankbarkeit für die Möglichkeiten und Sozialleistungen dieses Landes lässt sich kaum in Worte fassen. Ich habe außerdem das dringende Bedürfnis, das vom Staat erhaltene Geld zurückzuzahlen. Für mich ist das ein notwendiges Zeichen der Dankbarkeit. Anbei schicke ich Ihnen deshalb einen Scheck für den gesamten Betrag, den ich von Centrelink erhielt.

Es würde mich wirklich glücklich machen, wenn Sie dieses Geld nutzen könnten, um neue Infrastrukturen in diesem Land zu entwickeln (Schulen, Krankenhäuser usw.) oder um anderen zu helfen, die in dieses Land kommen und eine Starthilfe brauchen.

Ich bedanke mich noch einmal zutiefst für dieses wunderbare Land. Die Möglichkeiten und Unterstützung der Regierung gibt es so nicht in vielen Ländern. Ich danke Ihnen für die Annahme meines Schecks als Zeichen der Dankbarkeit und Ihre kluge Verwendung des Geldes.

Mit freundlichen Grüßen

Salman Eisho"

Das Sozialamt war von seinem Ehrgefühl beeindruckt, lehnte seinen Scheck jedoch ab. Er solle das Geld lieber spenden, hieß es. Und genau das tat Eisho auch – und spendete weitere 40.000 Euro an Schulen und Krankenhäuser, weil man sich bei der Geburt seiner Tochter so gut um die Familie gekümmert hatte.

„Hier wird ein menschliches Wesen wie ein menschliches Wesen behandelt“, erklärt Eisho gerührt. In den sozialen Medien wird er seither als Held gefeiert.


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