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07/07/2015 07:47 CEST | Aktualisiert 07/07/2015 08:34 CEST

Die Zukunft der Krebstherapie? Mathe statt Medizin

Krebs weggekürzt - Volkskrankheit folgt Regeln der Mathematik
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Krebs weggekürzt - Volkskrankheit folgt Regeln der Mathematik

"Wenn du auf Wissenschaft stehst, aber Mathe nicht leiden kannst, gehst du in die Medizin“, erklärt die junge Professorin Franziska Michor im Interview mit dem Magazin "Esquire". Dabei ist ihr eigener Weg ein anderer: Sie mag nämlich sowohl Medizin als auch Mathematik. Als „Isaac Newton der Biologie“ wird sie sogar bezeichnet.

1982 in Wien geboren wird sie schon früh von den Berufen ihrer Eltern geprägt. Als Tochter einer Krankenschwester und eines Mathematik-Professors beginnt sie Mathematik und Medizin zu studieren. Mit 22 Jahren erhält sie bereits ihren Doktortitel an der Elite-Uni Harvard.

Krebs folgt mathematischen Regeln

Michor, jetzt Professorin am Dana-Faber-Krebsinstitut an der Harvard Universität, setzt mathematische Logik ein, um Krebs zu erforschen. Sie entwickelte eine Methode um die Entwicklung von Krebszellen vorherzusagen, je nachdem wie die Krankheit behandelt wird. Mit diesen Daten ist es möglich, die Lebenserwartung von Patienten drastisch zu verlängern.

Bisher zerstören Medikamente nicht nur den Krebs, sondern auch die umliegenden Zellen. Für Patienten hat das natürlich gravierende Folgen. Ihre Methode empfiehlt, den Einsatz von Therapien zeitlich zu regeln. Eine hohe Dosis, gefolgt von vielen kleinen. Dadurch passen sich die Krebszellen weniger schnell an das Medikament an, und neue, resistente Formen treten nicht so schnell auf. Wenn überhaupt.

Ausgezeichnete Arbeit

Für das Projekt erhielt die 33-Jährige jetzt den Vilceck Preis für Biomedizin. Die Auszeichnung wird jedes Jahr an Ausländer in Amerika verliehen, die außerordentliche Leistungen auf ihrem Gebiet vollbracht haben. Ihre Arbeit ist womöglich der Durchbruch, auf den die Krebsforschung gewartet hat. Millionen Menschenleben könnten mit dieser Methode gerettet werden. Mit der Vorhersage können Forscher die optimale Therapie, die bestmöglich zur Ausrottung der Krebszellen führt, ermitteln.

Seit Ende 2013 wird die neue Therapie an Patienten getestet. Um ein endgültiges Resümee zu ziehen ist es noch zu früh. Aber die Entwicklung lässt hoffen.

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