WIRTSCHAFT
07/07/2015 02:16 CEST | Aktualisiert 07/07/2015 02:16 CEST

Aldi gegen die Bäcker: Gericht muss entscheiden, was "Backen" ist

Aldi gegen die Bäcker: Gericht muss entscheiden, was "Backen" ist
dpa
Aldi gegen die Bäcker: Gericht muss entscheiden, was "Backen" ist

Dass in den Brötchen von Discountern wie Aldi oder Lidl diverse Zusatzstoffe drin sind, die nicht besonders lecker klingen, ist bekannt.

Allerdings gibt es bei jetzt einen neuen Kritikpunkt am Discounter-Brötchen. Und dabei gibt es eine ganz grundsätzliche Frage:

Was ist Backen? Um diese Frage dreht sich ein juristischer Streit zwischen den deutschen Bäckern und dem Discounter Aldi Süd. Die Sache scheint sich nicht so einfach klären zu lassen - stehen sich die Parteien doch inzwischen seit vier Jahren vor dem Duisburger Landgericht unversöhnlich gegenüber. An diesem Dienstag wird nun die Aussage eines Gutachters erwartet.

Die wettbewerbsrechtliche Klage der Bäcker richtet sich gegen eine Aldi-Werbung, in den Filialen werde frisch gebacken. Damit pries der Discounter seine Brötchen und Brote an, die im Markt auf Knopfdruck aus einem Apparat mit der Aufschrift "Backofen" in ein Fach fallen.

"Das sind große Blackboxen, wo kein Mensch weiß, was da passiert", sagt der Referent für Lebensmittelrecht beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, Daniel Schneider. "Das kann kein Backen sein." Somit werde der Verbraucher in die Irre geführt. Das Gutachten soll nun klären, was in den Automaten passiert und ob man das "Backen" nennen darf.

Gehört zum Backen auch die Herstellung des Teiges? Werden Rohlinge in die Röhre gelegt, also bislang ungebackene Ware? Oder Teiglinge für Brötchen und Brote, die vorgebacken wurden? Solche Aufbackprodukte für den heimischen Ofen kennen Verbraucher aus dem Supermarkt.

In dem "Backofen" finde "ein Backvorgang statt", hatte Aldi Süd zum Beginn des Rechtsstreits erklärt. Von einer bloßen "Bräunung" der Ware könne nicht gesprochen werden.

Aldi will den Gutachter nicht alles sehen lassen. Bei einem Vor-Ort-Termin in einer Aldi-Filiale wollte die Landgerichts-Kammer die Automaten im Februar 2011 in Augenschein nehmen. Allerdings versagte das Unternehmen einen Blick hinter die Kulissen, wie ein Gerichtssprecher berichtete. Daraufhin wurde ein Sachverständiger bestellt.

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