POLITIK
06/07/2015 11:59 CEST | Aktualisiert 06/07/2015 12:45 CEST

Varoufakis' Rücktritt: Nun hängt das Schicksal Griechenlands an seinem Nachfolger Tsakalatos

dpa

Varoufakis' Zeit als Finanzminister ist vorbei. Regierungschef Alexis Tsipras hat ihn geopfert für das Wohl Griechenlands. Für die vielleicht letzte Chance, doch noch eine Einigung mit den Geldgebern zu erzielen.

Der Hitzkopf Varoufakis an seiner Seite hätte diese Einigung noch schwieriger gemacht. Denn jetzt heißt es mehr als je zuvor: Keine Provokationen mehr, keine unüberlegten Äußerungen in Richtung der Geldgeber.

Als Varoufakis' Nachfolger steht jetzt Euclid Tsakalatos fest. In der Tsipras-Regierung war er bisher stellvertretender griechischer Außenminister mit Zuständigkeit für internationale Wirtschaftsbeziehungen und saß bei den Gesprächen mit den Gläubigern als Koordinator mit am Tisch.

Tsakalatos gilt als wesentlich zurückhaltender als Varoufakis. Seine Verhandlungsweise ist deutlich konstruktiver. Der Wirtschaftsprofessor ist seit Jahren Mitglied im Zentralkomitee der Syriza-Führungsspitze und nicht wie Varoufakis ein in letzter Minute angeworbener - unberechenbarer - Außenseiter.

Zwar äußerte auch er sich in den vergangenen Monaten wiederholt kritisch gegenüber den Geldgebern Griechenlands. So klagte er im April in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", die Behandlung Griechenlands durch die Europäische Zentralbank (EZB) sei "ein wenig unfair“. Seine Aussagen sind aber längst nicht so auf Provokation ausgerichtet wie die von Varoufakis. Tsipras, so könnte man sagen, schwenkt mit seinem neuen Finanzminister auf einen Kuschelkurs um.

Klarer Ausgang des Referendums: Am Sonntag hatten bei dem Referendum deutlich mehr als die Hälfte der Griechen (61,31 Prozent) gegen die Reformpläne der EU-Gläubigerinstitutionen gestimmt. Wenige Stunden nach Bekanntwerden des Ergebnisses hatte Varoufakis auf Twitter seinen Rücktritt mitgeteilt. Er kommentierte ihn mit den Worten: "Ich werde die Abscheu der Kreditgeber mit Würde tragen."

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