POLITIK
06/07/2015 02:52 CEST | Aktualisiert 16/07/2015 06:53 CEST

Die Reaktionen auf das Referendum: "Europa macht sich für alle Zeiten erpressbar"

dpa
Die Reaktionen auf das Referendum: "Europa macht sich für alle Zeiten erpressbar"

Die Griechen haben gewählt: Gut 61 Prozent sind dagegen, das Geld nach den Bedingungen der Geldgeber anzunehmen. So einheitsbreiig die deutsche Politik häufig reagiert, so deutlich sind diesmal die Unterschiede: Die Linken bejubeln die Entscheidung der Griechen, die politische Mitte scheint verzweifelt über eine Lösung nachzudenken, die Konservativen fragen, wann der Grexit denn nun wirklich komme.

Jenen allerdings, die da mit verhandelt haben, also Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) scheint das Wort im Halse stecken geblieben zu sein. Von ihnen sind noch keine Reaktionen bekannt. Das Bundeskanzleramt ließ lediglich verlauten, dass die Kanzlerin am Montagabend mit Frankreichs Präsident sprechen werde.

Die Reaktionen aus Deutschland im Überblick:

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte dem „Tagesspiegel“:

"Tsipras und seine Regierung führen das griechische Volk auf einen Weg von bitterem Verzicht und Hoffnungslosigkeit." Tsipras habe seinem Volk vorgegaukelt, mit dem Nein werde die Verhandlungsposition Griechenlands gestärkt. Tatsächlich habe der griechische Regierungschef aber "letzte Brücken eingerissen, über die Europa und Griechenland sich auf einen Kompromiss zubewegen konnten".

Ähnlich argumentiert Michael Roth (SPD), Staatsminister für Europa:

Die SPD ist sich einig: Jetzt sind nicht die Geldgeber dran, sondern Athen. Das Auswärtige Amt unter Außenminister Frank-Walter Steinmeier twittert:

Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP) sagte dagegen der "Welt":

"Jetzt ist der Zeitpunkt für den Grexit gekommen.“ Das würde die Eurozone seiner Meinung nach stärken. Es würde deutlich, „dass niemand die Kompromisskultur, die seit Jahrzehnten zum Erfolg der Europäischen Union beigetragen hat, in so eklatanter Weise verletzen darf".

Damit liegt Lambsdorff auf gleicher Linie wie FDP-Chef Christian Lindner:

Trotz allen Bedauerns: Merkel muss morgen mit unseren Partnern einen Neustart für Eurozone verabreden und Vorkehrungen f...

Posted by Christian Lindner on Sonntag, 5. Juli 2015

Ganz anders argumentiert die Linke. Parteichefin Katja Kipping sieht in dem Referendum nur eine Absage ans Prozedere, nicht an den Euro oder die EU:

Bernd Riexinger von der Linkspartei will anders als Konservative nicht Griechenland aussschließen. Sondern den Kommissionspräsidenten Martin Schulz:

Komiker Dieter Nuhr dürfte diese Logik nicht einleuchten. Er frotzelt eher auf der Linie der Union:

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