POLITIK
06/07/2015 07:08 CEST | Aktualisiert 06/07/2015 07:58 CEST

CDU-Vize Julia Klöckner vergleicht das Burka-Tragen mit Exhibitionismus. Kein Witz

dpa
Julia Klöckner

Julia Klöckner versteht anscheinend nicht so viel von Kultur, wie es von einer ehemaligen Weinkönigin zu erwarten wäre. Zumindest nicht vom kulturellen Kontext, in dem Burkas getragen werden.

Angela Merkels Stellvertreterin betonte im Interview mit der "Bild am Sonntag", dass eine Vollverschleierung gegen die Regeln des Zusammenlebens in Deutschland verstoße. "Das ist ein klares Signal, dass unsere freie Gesellschaft abgelehnt wird", sagte Klöckner.

So weit nichts Neues. Nur verglich sie das Tragen einer Burka dann noch mit Exhibitionismus. Es gebe auch Menschen, die nackt durch die Straßen laufen wollten, sagte sie. "Das ist bei uns aber nicht erlaubt, weil es auch um andere geht."

Merkel zeigt Klöckner, wie's geht

Klöckner will sich offenbar profilieren, da ist Populismus ein bewährtes Mittel. Bei all denen, die sich sorgen, dass uns der Islam mitsamt seinen Burkas überrennt, dürfte sie auch Applaus ernten. Alle anderen dürften sich verwundert die Augen reiben bei so einem Vergleich. Und sich fragen, ob Klöckner eigentlich darüber nachgedacht hat, was sie da sagt.

Mit Sprüchen wie diesem disqualifiziert sich die CDU-Vize jedenfalls als Merkel-Nachfolgerin – in der Partei wie auch als Kanzlerkandidatin. Für beide Posten wird sie immer wieder gehandelt. Für beide sind solche reißerischen Sprüche fehl am Platz.

Auch Merkel ließ kürzlich übrigens mit einem Zitat zum Kontext Islam aufhorchen. Es gefiel auch einigen nicht. Das waren aber genau die, die Klöckner mit ihrem Spruch zum Jubeln bringt. Merkel stellte noch einmal unmissverständlich klar: "Der Islam gehört unzweifelhaft zu Deutschland."

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