POLITIK
05/07/2015 03:39 CEST | Aktualisiert 05/07/2015 09:54 CEST

Steinmeier: "Grexit wäre ein verheerendes Signal"

Tag der Entscheidung: In Griechenland ist am Sonntag das mit Spannung erwartete Referendum über die Reform-Vorschläge der internationalen Geldgeber angelaufen. Knapp zehn Millionen Griechen sollen darüber entscheiden, ob sie die Forderungen der Gläubiger akzeptieren oder ablehnen.

Das Ergebnis dürfte ein wichtiges Signal für die künftige Kooperation des von der Staatspleite bedrohten Landes mit den internationalen Geldgebern setzen (die aktuellen Entwicklungen können Sie hier in unserem News-Blog verfolgen).

Während heute ganz Europa auf Athen schaut, sorgt sich Frank-Walter Steinmeier um das Ansehen der EU. Im Gespräch mit dem "Tagesspiegel am Sonntag" sagte der Bundesaußenminister:

  • "Selbst wenn wir eine solche Entwicklung finanz- und währungspolitisch bewältigen können, wäre das Signal eines Grexit an die Länder außerhalb der EU verheerend."

  • China, Indien und die USA beobachteten genau, ob die Europäer diese Krise meisterten oder an der Herausforderung scheiterten, betonte Steinmeier. Für den Fall eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone gelte: "Europa würde in Teilen der Welt an Ansehen verlieren und Glaubwürdigkeit einbüßen."

Zudem kritisierte Steinmeier die griechische Regierung:

  • Es sei "eine Mischung von Unerfahrenheit, Ideologie und radikaler Rhetorik", mit der diese die Verhandlungen in eine Sackgasse getrieben habe. Dabei sei leider auf der Strecke geblieben, was dieser Kurs für die Menschen in Griechenland bedeute.

  • Nach einem "Nein" beim Referendum werde es keineswegs leichter, zu einem Kompromiss zu kommen. "Im Gegenteil, betonte der Minister. Griechenland solle gemeinsam mit den Partnern einen Weg aus der Misere suchen, "der Europa und die Mitgliedsländer der Eurozone nicht überfordert", sagte er er.

Zuvor hatte der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis noch einmal die Tonlage verschärft. "Was man mit Griechenland macht, hat einen Namen: Terrorismus", sagte der Minister zu den Verhandlungen mit den Gläubigern.

Varoufakis attackiert Schäuble

Er warf zudem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, schon lange für einen Austritt Griechenlands aus dem Euro zu sein. "Schon 2012 hat Herr Schäuble deutlich gemacht, dass er einen Grexit bevorzugen würde", sagte Varoufakis der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Schäuble schloss ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone am Samstag nicht aus. "Ob mit Euro oder vorübergehend ohne: Diese Frage können nur die Griechen selbst beantworten", sagte er der "Bild"-Zeitung.

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Jede Menge Ärger, aber auch etwas Positives: Diese Auswirkung hat die Griechenland-Krise auf Wolfgang Schäuble

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