POLITIK
03/07/2015 02:40 CEST | Aktualisiert 03/07/2015 02:44 CEST

Griechen-Referendum: Vier Politiker richten einen flammenden Appell an die Griechen: Stimmt für "Ja"!

DPA

Die Uhr tickt. Sollte am Sonntag die Griechen gegen neue Reformen stimmen, ist die Zukunft des Landes noch ungewisser als ohnehin schon. Keiner vermag vorherzusehen, ob dann die Staatspleite, der Grexit, ja gar der Austritt aus der EU kommt.

Einer Umfrage zufolge zeichnet sich bei dem Referendum ein knappes Rennen ab. 47,1 Prozent der Griechen würden demnach "Ja" sagen. Regierungschef Alexis Tsipras hingegen wirbt vehement für ein "Nein". Finanzminister Yanis Varoufakis knüpft sogar seine politische Zukunft an den Ausgang des Volksentscheids.

Jetzt haben sich auch europäische Politiker in die Debatte eingeschaltet. Hier argumentieren vier EU-Spitzenpolitiker, warum ein "Ja" die einzige Option ist.

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici rief die Griechen auf, "Ja" zum Sparkurs zu sagen. "Wir müssen die Gespräche mit Griechenland einen Tag nach dem Referendum wieder aufnehmen", sagte er am Donnerstag in Brüssel. Ein "Nein" würde diese Verhandlungen viel komplizierter machen, mahnte Moscovici. Athen brauche aber weitere internationale Hilfe: "Griechenlands Finanzbedarf wird ja nicht verschwinden."

Valdis Dombrovskis, der für Wirtschaft und Währung zuständige EU-Kommissions-Vizepräsident, sagte der "Welt": "Es wäre falsch anzunehmen, dass ein Nein die griechische Verhandlungsposition stärken würde. Das Gegenteil ist der Fall."

Der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz hofft, dass es nach der Volksabstimmung in Griechenland zu einem Rücktritt der Regierung Tsipras und zu Neuwahlen kommt. "Neuwahlen wären zwingend, wenn die griechische Bevölkerung für das Reformprogramm und damit den Verbleib in der Euro-Zone stimmt und Tsipras folgerichtig zurücktritt", sagte Schulz dem "Handelsblatt". Die Zeit bis zur Wahl müsse "mit einer technischen Regierung überbrückt werden, damit wir weiter verhandeln können", sagte Schulz weiter.

Zuvor hatte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem ein Ausscheiden der Griechen aus der Eurozone ins Gespräch gebracht. Obwohl ein solcher "Grexit" rechtlich gar nicht vorgesehen ist, sagte Dijsselbloem in Den Haag: Bei einem "Nein" zum Sparkurs fehle nicht nur die Grundlage für ein neues Hilfsprogramm, "sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt". Der Vorsitzende der Euroländer-Finanzminister fügte hinzu: "Das ist die fundamentale Frage, um die es tatsächlich geht."

mit Material von dpa

Vor Referendum: Varoufakis sagt, in welchem Fall er auf jeden Fall zurücktreten wird

Lesen Sie auch:


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.